2023 // Acid – Tödlicher Regen

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Sponskonaut
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2023 // Acid – Tödlicher Regen

Beitrag von Sponskonaut »

Da mein Prime-Abo Mitte Januar 2027 ausläuft, dachte ich mir, dass ich noch schnell ein paar Filme dort schaue. Mit "Acid – Tödlicher Regen" habe ich mir aber nicht so wirklich einen Gefallen getan.


  Handlung
Nach einer Hitzewelle wird Frankreich von einer Klimakatastrophe heimgesucht: Ein ätzender Regen fällt vom Himmel, der sich durch nahezu alles hindurchfrisst. Inmitten des Chaos und der Fluchtbewegung versucht Familienvater Michal (Guillaume Canet), seine Ex-Frau Élise (Laetitia Dosch) und die gemeinsame entfremdete Tochter Selma (Patience Munchenbach) vor der tödlichen Bedrohung zu beschützen.

Von der Stimmung her hat der Öko-Thriller gleich zu Beginn eigentlich funktioniert. Es dauert nicht lange, bis eine düstere, bedrohliche Atmosphäre aufkommt, man wird recht schnell in das dystopische Setting hineingeworfen. Es sind dann auch nicht zuletzt die überzeugenden Spezialeffekte, die für den passenden Rahmen sorgen. Visuell gibt es an der französischen Produktion nicht viel auszusetzen – wobei es das an Positivem dann auch schon war...

Zugegeben, ein paar spannende Sequenzen hat "Acid" auf jeden Fall zu bieten, auch wenn ich das Gefühl hatte, das in ähnlicher Form irgendwo (und schon viel zu oft) bereits gesehen zu haben. Ist in der Regel auch kein gutes Zeichen für einen Film, weil es dann nicht gerade für Originalität spricht. Was mich neben den paar spannenden Szenen aber nicht überzeugen konnte, ist das Drehbuch.

Das wirkt nämlich irgendwie unausgegoren. "Acid - Tödlicher Regen" basiert auf dem Kurzfilm "Acide" – und für beide zeichnet Regisseur Just Philippot. Allerdings hat es der Filmemacher gefühlt nicht geschafft, seinen Short so ins Langfilmformat zu strecken, dass er über die gesamten 96 Minuten funktioniert. Den Spannungsbogen fand ich ebenso unbefriedigend wie das Ende des Films.

Erschwerend kommen noch ein paar unlogische Aspekte hinzu, vor allem was den Regen angeht. Eigentlich bin ich jemand, der über solche Logiklöcher getrost hinwegsehen kann, wenn die Inzenierung stimmt. Aber hier fällt es mir schwer ein Auge zuzudrücken. Auf der einen Seite bringt der Regen ganze Häuser zum Einsturz, auf der anderen Seite scheint er bei Autoreifen dann etwas gnädiger zu sein... Kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen, wie man hier so inkonsequent sein kann, Dramaturgie hin oder her.

Ein weiterer Minuspunkt, den ich in anderen Filmen auch schon bemängelt habe, sind die Charakterzeichnungen. Merken es die Drehbuchautoren und Regisseure eigentlich nicht, wenn sie unsympathische Figuren auf das Publikum loslassen? Und warum muss es in Katastrophenfilmen immer irgendeine dysfunktionale Familie sein, die im Mittelpunkt steht? Und wenn das schon sein Muss, wiieso schafft man es dann nicht wenigstens, ein paar Sympathieträger in die Story einzubauen?

Jedenfalls konnte das Visuelle hier einfach nicht über die restlichen Schwächen des Films hinwegtäuschen. Vor allem die Figuren und die (nicht nur oberflächlich) mangelnde Logik haben "Acid" für mich ziemlich anstrengend gemacht. Wer auf dystopische Katastrophen-Thriller steht, muss diesen Film nicht unbedingt gesehen haben.

Meine Wertung: [popcorn] [popcorn] von 5 Popcorn-Portionen (wobei das noch sehr wohlwollend bewertet ist)
"A man is rich in proportion to the number of things which he can afford to let alone.”
- Henry David Thoreau
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