Auf den ersten Blick klingt das natürlich wie der übliche Zombie-Horror – was "We Bury the Dead" unter dem Strich auch ist. Aber für alle Horror- und Zombie-Fans will ich die australische Produktion mal ein bisschen einordnen. Denn der Film ist weniger brutaler Schocker, sondern vielmehr ein Horror-Drama, das man in ähnlicher Form aber auch schon öfter gesehen hat. Trotzdem hat mich das Werk ziemlich gefesselt.
Das ist vor allem Daisy Ridley zu verdanken, die die meisten sicherlich aus "Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers" kennen dürften. Die Liefert in dem Horrorfilm eine solide Leistung ab. Tatsächlich hat mich "We Bury the Dead" stark an "The Walking Dead" erinnert: die Flashbacks, in denen Avas Geschichte erzählt wird, die teilweise ruhigeren Passagen und eben die Drama-Anteile. Dieser Mix hatte für mich auf Anhieb "TWD"-Vibes, wenn man vor allem an die ersten beiden Staffeln denkt.
Horror-Sequenzen mit den Untoten dürfen natürlich auch nicht vielen, die werden hier aber auch nicht inflationär eingesetzt. Würde das Ganze mal als "wohldosiert" bezeichnen, wobei in der zweiten Hälfte des Films der Drama-Aspekt gefühlt deutlich überwiegt. Und wer hier noch ein brachiales Finale wie in "Forbidden Floor" erwartet, sollte vorgewarnt sein. Das gibt es in der Form nicht, vielmehr gibt es ein Ende, das Hoffnung machen soll und sich ein bisschen in Sozialkritik übt.
Auf Rotten Tomatoes rangiert "We Bury the Dead" beim Feuilleton bei 87 Prozent, das Publikum gibt dem Film gerade mal 45 Prozent – wobei ich eher auf der Seite der Filmkritiker bin. Ich fand die Mischung absolut gelungen, auch wenn der Film das Genre nicht neu erfindet. Die Themen Verlust, Loslassen und Moral greift das Horror-Drama aber gekonnt auf, und man kann fast schon sagen, dass "We Bury the Dead" auch eine Charakterstudie ist.
Meine Wertung:
