Tatsächlich – und genau das hat mir letztlich so gut gefallen – ist "All of Us Strangers" nicht nur ein packendes Drama, sondern enthält auch Elemente aus Mystery und Fantasy. Für mich die perfekte Mischung, zumal der Film wirklich durch und durch emotional ist und einige Momente bereithält, die mich zu Tränen gerührt haben. Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass das Motiv der Hauptfigur psychologisch sehr fundiert und nachvollziehbar dargestellt wurde.
Der Film basiert übrigens auf dem japanischen Buch "Sommer mit Fremden", das unter dem Titel "The Discarnates" schon 1988 adaptiert wurde. "All of Us Strangers" fügt dem Stoff noch das Thema Homosexualität hinzu, was, wie ich finde, aber hier sehr gut reingepasst hat. Hat der Geschichte dann noch ein psychologisch gewichtiges Element hinzugefügt.
Aber neben den starken schauspielerischen Leistungen hat für mich auch die gesamte Inszenierung gepasst. Die Stimmung, die Atmosphäre, das Emotionale und das "Fantastische" haben einfach perfekt ineinandergegriffen. Dass die ganze Story so gut funktioniert hat, ist aber auch der Besetzung zu verdanken. Auch Claire Foy und Jamie Bell, die hier die Eltern von Adam verkörpern, spielen überzeugend auf.
Ich denke mal, es ist auch kein Spoiler, wenn ich "verrate", dass Adams Eltern nicht mehr leben. Deswegen fand ich es umso interessanter, wie der Sohn mit seinen Eltern spricht und nach Jahrzehnten über das Leben und die Gepflogenheiten auf den neuesten Stand bringt. Aber vor allem die emotionalen, traurigen Szenen haben mich wirklich berührt. Ich denke, wer seine Eltern selbst schon verloren hat, wird hier auf jeden Fall ein paar Tränen vergießen.
Inszenatorisch, erzählerisch und schauspielerisch ist "All of Us Strangers" für mich der Höhepunkt meines persönlichen Filmjahres. Zumal man hinterher noch ein bisschen über die Story nachdenken und noch einiges interpretieren kann. Ich finde, der Film schafft es perfekt, nicht zu viel auszuformulieren, aber die Deutung auch nicht komplett dem Zuschauer zu überlassen.
Meine Wertung:
