2021 // Antlers

Antworten
Benutzeravatar
Sponskonaut
SERIENGEEK
SERIENGEEK
Beiträge: 4468
Registriert: Di 9. Dez 2008, 02:08
Wohnort: Freelancer, der viel free lancen tut...
Danksagung erhalten: 7 Mal

2021 // Antlers

Beitrag von Sponskonaut »

Noch so ein Horrorfilm, den ich jahrelang im Hinterkopf hatte, aber nie gesehen habe, ist "Antlers". Da er auf Disney+ enthalten ist, habe ich ihn mir jetzt endlich mal angeschaut – und war doch angenehm überrascht.


  Handlung
Julia Meadows (Keri Russell) ist als Lehrerin in ihrer Heimatstadt in Oregon tätig, hat aber auch mit Traumata aus ihrer Kindheit zu kämpfen. Das macht sie für ihren Schüler Lucas Weaver (Jeremy T. Thomas) sensibel, der sich im Unterricht merkwürdig verhält – während in der Kleinstadt grausame Morde begangen werden. Mir ihrem Bruder Paul (Jesse Plemons) macht sich die Pädagogin nun an die Aufklärung – mit einem erschreckenden Ergebnis.

Auf meinem kleinen "Shocktober"-Marathon kam mir "Antlers" gerade recht, weil mir so ein Monster-Horrorfilm in der Sammlung noch gefehlt hat. Das heißt, der Film bewegt sich irgendwo zwischen Monster-Horror, Body-Horror und Drama – und macht das für mich auch ziemlich gut und ausgewogen.

Gerade bei dem Drama-Anteil hatte ich das Gefühl, dass er der Story (zumindest ein bisschen) mehr Substanz verleiht, als man es von manch anderen ähnlichen Genre-Vertretern kennt. Was aber nicht nur am Drehbuch liegt, sondern auch an den Darstellern. Keri Russell gefällt mir ohnehin, aber auch der damals 12-jährige Jeremy T. Thomas liefert hier eine überzeugende Leistung ab. Jedenfalls konnte ich nicht anders, als mit dem Kleinen, der mit seinem Vater und seinem kleinen Bruder so viel durchmacht, nur Mitleid haben. Was der junge Mann da schauspielerisch abliefert, hätte auch in einem reinen Drama funktioniert.

Was ich auch mochte, war über weite Strecken das Tempo der Erzählung. Gefühlt gab es zwar ein paar Längen, aber dadurch, dass sich "Antlers" parallel zu seinen Drama-Elementen vom Body-Horror zum Monster-Horror hangelt, gibt dem Film einen langsam und weit aufgezogenen Spannungsbogen.

Was mir außerdem gefallen hat, ist, dass sich der Film ein bisschen Zeit lässt, bis man die Kreatur sieht. Wobei es bis dahin auch nicht an kleinen visuellen Höhepunkten mangelt. Dass mich "Antlers" mit seinen Effekten überzeugt hat, liegt nicht zuletzt daran, dass Regisseur Scott Cooper und Produzent Guillermo del Toro nicht nur auf CGI, sondern auch in vielen Szenen auf physische Modelle gesetzt haben. Schon allein deswegen und auch vom Pacing her, hat mich "Antlers" eher an Horrorfilme aus den 90ern erinnert. Tatsächlich hatte ich die ganze Zeit leichte "Das Relikt"-Vibes. Mochte den Film damals sehr.

Jedenfalls fand ich diesen Genre-Beitrag rundum gelungen, von den Darstellern über die Story bis hin zu den Effekten. Zudem hat es der Film von Beginn an verstanden, die passend düstere und diffuse Atmosphäre zu erschaffen, was mir wirklich sehr gefallen hat.

Meine Wertung: [popcorn] [popcorn] [popcorn] von 5 Popcorn-Portionen (wobei ich den Film eher bei sehr soliden 3,5 Portionen einordnen würde)
"A man is rich in proportion to the number of things which he can afford to let alone.”
- Henry David Thoreau
Antworten

Zurück zu „Horror & Fantasy“