Was Regisseurin Kate Dolan zu Beginn gleich mal gut hingekriegt hat, sind die Figurenzeichnungen. Jedenfalls konnte ich mich gut in David uns seinen Verlust hineindenken und seine Motive nachvollziehen. Das Drehbuch nimmt sich ausreichend Zeit, um die Charaktere sinnvoll einzuführen und das Universum zu etablieren. Dass das so gut funktioniert, liegt aber auch an dem Hauptdarsteller, der eine solide Leistung abliefert.
Apropos Besetzung: Vor allem Lily Sullivan agiert hier überragend. Wie ihre Figur immer mehr "menschliche" Züge annimmt, hat die Schauspielerin schon sehr überzeugend dargestellt – was für mich dann auch das Interessanteste an "SOULM8TE" ist und vermutlich in einem Sci-Fi-Drama noch ausführlicher behandelt worden wäre. Tatsächlich hätte ich mir das streckenweise sogar gewünscht, statt diese Mischung aus Sci-Fi und Horror zu sehen.
Wo wir gerade beim Genre sind: Teilweise wird der Film auch als Erotik-Thriller bezeichnet, wobei das mit der Erotik eigentlich zu vernachlässigen ist. Klar, da sind ein paar Szenen dabei, aber die sind nicht ausschlaggebend für die Geschichte. Und da das Label Blumhouse hier involviert ist, geht es doch deutlich in die Horror-Richtung, was man schon an ein paar ziemlich blutigen Szenen erkennen kann, die es für mich aber auch nicht zwingend gebraucht hätte. Zumal die auf mich teilweise unfreiwillig komisch wirkten, so im Stil derber "Schenkelklopfer-Szenen", wenn ihr wisst, was ich meine.
Trotzdem hat die Mischung für mich grundsätzlich gepasst. Zunächst fühlte ich mich an "Her" mit Joaquin Phoenix erinnert, später geht es dann weitgehend in die "Terminator"-Richtung. Aber wie schon erwähnt, ist Horror das Genre, das hier am meisten heraussticht. Übrigens ist "SOULM8TE" ja ein "M3GAN"-Spin-off, allerdings habe ich da noch gar keinen Film gesehen. Ist aber anscheinend aber auch nicht notwendig, die Filme vorher gesehen zu haben.
Meine Wertung:
