2022 // All of Us are Dead

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Sponskonaut
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2022 // All of Us are Dead

Beitrag von Sponskonaut »

Nachdem ich bei der Arbeit auf die Serie gestoßen bin – vom Titel her war sie mir schon geläufig –, habe ich mir jetzt mal "All of Us are Dead" und bin doch ziemlich begeistert. [yeshappy] Zu sehen ist das Horror-Format auf Netflix.


  Handlung
Als in einer südkoreanischen Stadt ein Zombie-Virus ausbricht, werden die Schüler der örtlichen Highschool in ihrer Schule eingeschlossen. Eine Gruppe von Schülern versucht nun, aus dem Gebäude zu entkommen – doch die Flucht wird zum gnadenlosen Überlebenskampf.

Tja, was soll ich sagen? Ich mag die Serie tatsächlich sehr und bin ziemlich schnell durch die zwölf (knapp einstündigen) Episoden durchgerast. Zum einen mag ich es, wenn eine Zombie-Epidemie gerade anfängt, und zum anderen sehe ich auch gerne solche "Single-Location-Geschichten", also wenn sich eine Handlung nur oder hauptsächlich an einem Ort abspielt. Das weckt Erinnerungen an George A. Romeros "Dawn of the Dead", den man ja als Zombie-Horror-Referenzwerk ansehen kann, auch wenn er heute, mit der recht bescheidenen Maske, in vielen Szenen sicherlich unfreiwillig komisch wirkt. Aber ich mag den Film irgendwie, habe ihn vor ein paar Jahren im Kino gesehen, und finde, dass er für 1978 schon ziemlich stark ist.

Allerdings ist "All of Us are Dead" auch nicht nur eine schnöde Zombie-Serie sondern hat auch einen sozialkritischen Anspruch: Es geht um den Wert von Leben, moralische Werte, die Menschheit, Mobbing und wirklich noch vieles mehr. Und ich mochte, wie die Serie all diese Themen verarbeitet hat. Vor allem der Leistungsdruck, der wohl sehr stark in Korea ein Thema ist, kam hier zur Sprache.

Tatsächlich ist meine Frau schon nach einer Folge ausgestiegen, weil sie mit der Machart und der Mischung nicht viel anfangen konnte. Wie man es auch (südost)-asiatischen Produktionen kennt, ist da nicht nur ein gewisser Humor vorhanden, den man mögen muss, sondern auch eine ganze Portion Melodramatik. Wer das Referenzwerk "Train to Busan" kennt (auch einer meiner Zombie-Lieblingsfilme), der wird wissen, was ich meine. Gemischt wurde das Ganze dann noch mit einer Coming-of-Age-Teenie-Liebesgeschichte, was dann auch entsprechend kitschig inszeniert wurde. Spätestens da war meine Frau raus, während ich diese wilde Mischung einfach mag. Ist halt wirklich extrem Geschmackssache. Aber vielleicht liegt es auch an meinen asiatischen Genen... [lachen1]

Jedenfalls wird es da oft emotional, es geht um Familie, Freundschaft und Liebe. Aber eben auch um soziale Hierarchien und Hackordnungen – sowohl in der Schule als auch in der Politik. Was die Serie da gesellschaftskritisch angeschnitten hat, hat sie meiner Meinung nach ganz passend thematisiert.

Was die Effekte angeht, fand ich die Serie wirklich ordentlich. Blutig ging es natürlich auch zur Sache, wenn auch nicht übermäßig, aber für mich hat das Maß gepasst. Und auch die Mischung aus all diesen Komponenten fand ich dann doch sehr homogen. Jedenfalls hat mir das Format sehr gut gefallen, und ich freue mich schon auf die zweite Staffel, die ja schon bestätigt wurde. [daumen]
"A man is rich in proportion to the number of things which he can afford to let alone.”
- Henry David Thoreau
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