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Was aus Fußball geworden ist...

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Was aus Fußball geworden ist...

#1

Beitragvon Sponskonaut » Do 11. Aug 2016, 20:24

Der Rekord-Transfer von Paul Poga von Juventus Turin zu Manchester United, der mit sage und schreibe 105 Millionen Euro (!!!) über die Bühne gegangen ist, hat mal wieder die Diskussion um Moral und Ethik im professionellen Fußball angefeuert. Hier gibt es einen sehr interessanten und treffenden Kommentar zu dem Thema, dem ich nur beipflichten kann.

Fußball ist nun mal sehr stark mit der ganzen Fankultur verknüpft, und wie es der Artikel schon richtig benennt, braucht es dafür auf dem Platz auch die entsprechenden Identifikationsfiguren. Nur fällt das mit der Entwicklung, die über die letzten Jahre und Jahrzehnte stattgefunden hat, zunehmend schwerer. Die Spieler wechseln ihren Arbeitgeber öfter als ihre Unterhosen, hecheln oftmals mehr Geld und "besseren sportlichen Möglichkeiten" hinterher, sodass man als Fan kaum noch die Möglichkeit hat, sich an dieses oder jene Gesicht bei seinem Herzensverein zu gewöhnen. Und ich finde, dass das mittlerweile groteske Züge angenommen hat. Die Fußball-Großverdiener entfernen sich doch immer mehr vom hart arbeitenden Fußballfan, der regelmäßig sein Geld für Tickets, Trikots oder Pay-TV ausgibt, um auf dem Spielfeld "Vereinsvertreter" zu sehen, die mit genauso viel Herzblut bei der Sache sind.

Wie soll man denn Fan eines Vereins sein, wenn es nicht mal die Akteure auf dem Grün vorleben? Ist es da am Ende nicht egal, mit welchem Club man mitfiebert? Selbst der Lokalpatriotismus, den ich in "gesundem" Maße noch recht charmant finde, wird im professionellen Fußball zunehmend aufgeweicht. Der eigene Nachwuchs wird schneller verliehen oder verkauft, als man gucken kann, und "Projekten" wie RB Leipzig, deren Intention es scheinbar ist, "Fußball-Wüsten" zu versorgen, weil man dort noch wirtschaftlichen Erfolg vermutet, fehlt der regionale Bezug ohnehin. Aber was will man auch erwarten, wenn man selbst potentielle Nachwuchs-Stars zu modernen Nomaden erzieht?

Ich finde die Transfersummen, die in der Bundesliga gezahlt werden, schon geradezu wahnsinnig. Aber was in der Premier League oder auch in Spanien auf den Tisch gelegt wird, ist jenseits von Gut und Böse und noch mal eine Spur heftiger. Ich denke, dass die Kluft zwischen Fans und Spielern in Zukunft noch größer wird - und sich der Profisport damit keinen Gefallen tut. Dass jetzt schon wegen zu hohen Ticketpreisen und arbeitnehmerunfreundlichen Anstoßzeiten auf die Straße gegangen und protestiert wird, ist schon sehr bezeichnend für das, was aus dem Volkssport Nr.1 geworden ist - und eine "Normalisierung" ist nicht absehbar.

Ich für meinen Teil muss tatsächlich sagen, dass mir diese Entwicklung ziemlich missfällt, und die Vergabe der TV-Rechte für die übernächste Saison tut noch ihr Übriges, um mich vollends von diesem Sport abzubringen... In der Vergangenheit hatte ich es ja schon mal angedeutet, aber mittlerweile wird es wirklich konkreter: Ich tendiere immer mehr dazu, schon ab der kommenden Bundesliga-Saison nicht mehr einzuschalten, über die Kündigung meines SKY-Abos froh zu sein und in Zukunft meine Zeit sinnvoller zu verwenden. [nope]


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Re: Was aus Fußball geworden ist...

#2

Beitragvon Sponskonaut » Mo 15. Aug 2016, 13:44

Aktuell geht der Transfer-Wahnsinn heiter weiter. Inter Mailand bietet 80 Millionen Euro für Alexis Sanchez vom englischen Erstligisten Arsenal. [nope]

Nee, das ist so langsam nicht mehr mein Sport... [nono]


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Re: Was aus Fußball geworden ist...

#3

Beitragvon Sponskonaut » Sa 1. Okt 2016, 11:47

Meine Abneigung gegen das "Projekt" Red Bull habe ich ja an anderer Stelle schon mal geäußert. Damit man aber versteht, woher diese Abneigung kommt, solte man sich mal folgende kleine Doku von 11freunde anschauen. Da wird zumindest im Ansatz klar, was dem "werten" Herrn Mateschitz der Sport bedeutet...

https://www.youtube.com/watch?v=h4pTnvy8uNg


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Re: Was aus Fußball geworden ist...

#4

Beitragvon Sponskonaut » Sa 29. Okt 2016, 16:47

Anscheinend ist es jetzt wirklich so weit: Ich habe keine Lust mehr auf Fußball... [nono]

Die letzten BL-Spieltage habe ich nur noch sporadisch verfolgt, den DFB-Pokal auch nur am Rande, und internationale Wettbewerbe interessieren mich schon gar nicht mehr, weil da die Spannung ebenso auf der Strecke bleibt. Was für die Bundesliga der FC Bayern ist, ist in der CL Real Madrid.

Als Fan einer eines "kleinen" Vereins kann man sowieso kaum noch Spaß an der Liga haben. Und ganz ehrlich? Ich brauche auch keinen Meisterschaftskampf zwischen Bayern und dem Produkt "RB Leipzig". Der Verlauf wird auch diese Saison nicht anders ausfallen als in den letzten Jahren: Die Bayern holen mehr oder weniger konkurrenzlos den Titel, es wird ein, zwei Überraschungs-Mannschaften geben, die es womöglich in die EL schaffen, dort aber auch keine große Rolle spielen werden, und im Tabellenkeller krebsen die altehrwürdigen Clubs herum. Sorry, aber den Kampf um die internationalen Plätze und die Relegationsspiele zum Spannungsfaktor #1 in der Liga zu erheben, reicht mir einfach nicht mehr aus - und ich finde das auch ziemlich erbärmlich.

Ich kann es nur wiederholen: Was bin ich froh, dass ich mein Sky-Abo schon gekündigt habe und ich Ende des Jahres da raus bin. Das Geld kann ich lieber in ein NETFLIX-Abo oder dergleichen stecken, was nur einen Bruchteil davon kostet und nebenbei noch einen größeren Unterhaltungswert bietet. Davon mal abgesehen, lässt sich mit der Zeit auch Besseres anfangen: rausgehen, ein Buch lesen oder eben Filme oder Serien zu gucken. [zwinker]

Über das ganze Drumherum hatte ich mich ja schon ausgelassen, aber jetzt ist das Fass tatsächlich übergelaufen. [fire]


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Re: Was aus Fußball geworden ist...

#5

Beitragvon Sponskonaut » Fr 4. Nov 2016, 14:48

Einen sehr guten Kommentar zu den Verhältnissen in der Bundesliga findet man hier.

Ich muss mittlerweile auch sagen, dass die Liga und der internationale Fußball für mich gestorben sind. Und daran sind die gegebenen Umstände schuld. Ein spannender und fairer Wettbewerb ist doch bei diesem finanziellen Ungleichgewicht doch gar nicht mehr möglich. Wie bei so vielen anderen Dingen (sei es nun der Profisport, Filme & Serien oder was auch immer) ist der Knackpunkt die zunehmende Kommerzialisierung und die Monopolisierung, die sich fast zwangsläufig daraus ergibt. Kurz: Viel Geld macht auch viel kaputt... [nope] Aber okay, dazu hatte ich ja schon mehrfach meine Meinung kundgetan.

Ende des Monats wird der SKY-Receiver jedenfalls eingetütet und zurückgeschickt - und dann ist das Thema für mich erledigt.


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Re: Was aus Fußball geworden ist...

#6

Beitragvon Sponskonaut » Mo 21. Nov 2016, 18:05

Mal wieder einen interessanten Kommentar zum Thema Tradition kann man auf SpOn lesen.

Ich weiß zar nicht, ob es schlussendlich so bleibt, aber gefühlt entferne ich mich immer mehr von diesem Sport. Die letzten Spieltage habe ich nur verfolgt, indem ich mehr oder weniger zufällig auf diversen News-Seiten auf die Ergebnisse gestoßen wurde. Aber weder ein Spiel geschaut noch einen Spieltag gespannt verfolgt, habe ich jetzt nicht mehr.

Aber vor allem wird mir bewusst, wie viel Zeit für die Fußball-Guckerei draufgegangen ist. Vor allem in den letzten zwei Jahren, in denen ich intensiv mein eigenes SKY-Abo ausnutzen wollte... [nono] Na ja, Ende des Monats ist der "Spuk" sowieso vorbei, denn dann tüte ich den Receiver ein und schicke ihn an SKY zurück. [yeshappy] Zwar haben die natürlich schon versucht, mich als Kunden zu halten, aber darauf bin ich nicht eingegangen und werde es auch nicht mehr. [nono]


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Re: Was aus Fußball geworden ist...

#7

Beitragvon Sponskonaut » Mi 7. Dez 2016, 11:19

Hier ist mal ein treffender Kommentar zur Moral im Profifußball.

Und hier ein sehr bezeichnendes Feature zur Jugendarbeit im Fußball.

Der professionelle Fußball hat sich wirklich eine moralfreie Scheinwelt erschaffen, in der nur noch die Gesetze des Kapitalismus gelten - und es ist in den letzten Jahren immer schlimmer geworden... [nope] Für mich ist das alles schlicht "too much" geworden, und ich finde diese Entwicklung einfach nur ekelhaft, zumal sie die grassierende Skrupellosigkeit zu Gunsten des Geldes widerspiegelt, die man auch an anderen Stellen findet.


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