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Kolumne #1 - Wenn die Kasse zweimal klingelt… oder „Ein offener Brief an Hollywood“

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Kolumne #1 - Wenn die Kasse zweimal klingelt… oder „Ein offener Brief an Hollywood“

#1

Beitragvon Sponskonaut » So 30. Aug 2015, 15:12

Wenn die Kasse zweimal klingelt… oder „Ein offener Brief an Hollywood“

Liebe Traumfabrik,

es gab mal Zeiten, da habe ich Dich wirklich gemocht. Da konntest Du noch mit aufregenden neuen Geschichten punkten, hast uns Figuren geschenkt, die den Zuschauer haben mitfiebern lassen, hast Dich eins ums andere Mal neu erfunden und spannende Stories am Fließband produziert.

Und jetzt? Schau Dich an. Schau, was aus Dir geworden ist!

Remakes und „Reboots“ geben sich die Klinke in die Hand, Charaktere werden in ihre Einzelteile zerlegt und zu ganz neuen Figuren geformt. Man denke nur mal an den altehrwürdigen Doppel-Null-Agenten James Bond. Du hast den wahren englischen Gentleman durch einen kantigen Action-Mann ersetzt, ihm den Trinker auf den Leib geschrieben, ihn „verletzlich“ gemacht, weil er in der heutigen Zeit anscheinend kein Superheld mehr sein soll, sondern ein Mensch wie Du und ich.

Aber ich frage mich ernsthaft: Was soll das?

Muss eine traditionelle Figur, die durch so viele Werke entscheidend geprägt wurde, zwangsläufig „neu erfunden“ werden? Und vor allem: Muss man, wenn man eine Figur derart ummodelt, sodass sie mit dem Original so gut wie gar nichts mehr zu tun hat, unter demselben alten Merchandising verkaufen? Und sollte man nicht auch, wenn man schon Wert auf mehr Authentizität und Glaubwürdigkeit legt, diesen neuen und menschlich greifbareren Charakter nicht durch noch übertriebenere Action-Sequenzen schicken, die eher an Mission: Impossible erinnern, sondern auch in dieser Hinsicht so konsequent sein und mehr Realitätsnähe walten lassen?

Aber Konsequenz scheint wahrlich nicht mehr Deine Stärke zu sein, liebe Traumfabrik.

Obwohl, konsequent bist Du eigentlich doch, wenn Du für den fünften Aufguss von Spider-Man wieder die Hand aufhältst, Mad Max mit Adrenalin aufpumpst und ihn in 3D auf die Kinoleinwände schickst, oder wenn Du Hitchcocks legendäres Werk „Psycho“ 1:1, Szene für Szene durch den Kopierer jagst und uns am Ende als neuen Hollywood-Blockbuster verkaufen willst.

Wenn die Kasse zweimal klingelt...

Und mach Dich bitte nicht lächerlich, wenn Du uns Christopher Nolans Machwerke als „kluges Kino“ verkaufen willst! Das ist weder innovativ noch das, was es gerne wäre; nämlich intelligentes Filmemachen mit Anspruch. Was Letzteres angeht, halte ich mich nun lieber an Europa, respektive die Franzosen, die es ohne viel Tamtam, Explosionen und 3D-Effekte schaffen, mitreißende Geschichten und wirklich vielschichtige Charaktere auf die Leinwand zu zaubern, die nah an der Realität sind.

Liebes Hollywood, stell die Recycling-Anlage doch in Zukunft bitte wenigstens auf halbe Kraft, blicke mal über den großen Teich, ohne dabei grandiose europäische Serien wie "The Returned" und "Real Humans" ins Sternenbanner einzuwickeln, und schalte die Traumfabrik wieder auf „eigene Ideen & Innovationen“.

Ich bin sicher, dass man den Schalter dafür noch in irgendeinem Chassis findet.


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Re: Kolumne #1 - Wenn die Kasse zweimal klingelt… oder „Ein offener Brief an Hollywood“

#2

Beitragvon Sponskonaut » Mi 2. Nov 2016, 16:38

Heute habe ich einen interessanten Kommentar zum Thema gefunden, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Die Meinung dieses Cineasten deckt sich weitgehend mit meiner.

Wer mag, kann sich das Video gerne mal anschauen, ist allerdings nur auf Englisch und eine gute halbe Stunde lang.

https://www.youtube.com/watch?v=DnOmp0jlkkc


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Re: Kolumne #1 - Wenn die Kasse zweimal klingelt… oder „Ein offener Brief an Hollywood“

#3

Beitragvon Sponskonaut » Fr 4. Nov 2016, 02:38

Ich muss gestehen, dass mein "Groll" auf Hollywood immer größer wird. [fire]

Tatsächlich finde ich so gut wie gar keine aktuellen Filme, die mich auch nur ansatzweise interessieren würden. Auch wenn ich schon seit Ewigkeiten keine Lust mehr auf Kino habe, habe ich mir mal den Spaß erlaubt, mir das Programm im nächstgelegenen Cineplex zu durchstöbern. Und da habe ich wirklich nur einen (!!!) Film gefunden, der mich vielleicht interessieren könnte. Und das ist "Girl on the Train" mit Emily Blunt.

Aber auch hier nervt mich die Tatsache, dass es eine Roman-Adaption ist - und damit wieder mal keine eigene Idee aus Hollywood ist. [rollendeaugen] Und Literaturverfilmungen sind ja ohnehin oft eine heikle Sache.

Meine Güte, was ist nur mit Hollywood los? Ich denke, ein wichtiger Faktor, der auch im oben geposteten Video-Kommentar zur Sprache kommt, ist tatsächlich die Geldfrage. Es wird doch scheinbar primär auf den kommerziellen Erfolg geschielt, weswegen es kaum noch Filmemacher und Studios gibt, die Mut beweisen. Stattdessen haut man einen hirnlosen Superhelden-Film nach dem anderen raus, der schön fürs Mainstream-Publikum aufbereitet wurde. Hauptsache, man kann mit einfältigem Storytelling und vielen Knalleffekten das globale Publikum erreichen, um nicht nur die Kosten für die Produktion wieder einzuspielen, die wohl vor allem durch die lieblos hingerotzten CGI-Effekte in die Millionen oder gar Milliarden gingen, sondern darüber hinaus noch so viel Geld scheffeln, dass man fürs Leben ausgesorgt hat...

Was auch im Video-Kommentar angesprochen wird und mir auch schon aufgefallen ist, sind die schauspielerischen Leistungen. Ich kann jetzt auf Anhieb keinen aktuellen amerikanischen Darsteller nennen, der mich wirklich überzeugen würde. Wenn überhaupt, dann sind das Schauspieler der älteren Generationen. Die ganzen gehypten Hollywood-Mimen, auf die viele Leute heute so abfahren, finde ich in der Regel komplett überbewertet.

Was mir in letzter Zeit bei vielen Hollywood-Produktionen aufgefallen ist, ist das auffällige Overacting, das viele Darsteller an den Tag legen. Seit ich mich wesentlich mehr mit europäischen Produktionen befasse, weiß ich, dass zurückgenommeneres Spiel wesentlich pointierter und effektiver ist, als das "Grimassenschneiden" der meisten Traumfabrik-Akteure. So richtig bewusst geworden ist mir das, als ich "Gangster Squad" gesehen habe. Sean Penns Darstellung des Mafia-Paten Mickey Cohen empfand ich da als dermaßen übertrieben und aufgesetzt, dass ich es gar nicht ernst nehmen konnte. Und so geht es mir mittlerweile bei den meisten Hollywood-Schauspielern.

Nee, Hollywood stirbt für mich immer mehr. [nope] Aber leider werden ja vor allem die großen Studios in ihrem Tun ja noch bestärkt, weil die meisten Leute anscheinend kein Problem damit haben, ihr Geld in die Kinos zu tragen, um sich den immer neuesten substanzlosen Blockbuster zu Gemüte zu führen... Wer darunter leidet, sind vor allem die kleineren Filmemacher, die noch wirklich Liebe, Herzblut und vor allem eigene Ideen in ihre Werke bringen. Die haben auf dem Markt kaum noch ein Chance, weil sich viele nur noch berieseln lassen wollen und auf "Event-Kino" aus sind, bei dem es ordentlich kracht. [nono]


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Re: Kolumne #1 - Wenn die Kasse zweimal klingelt… oder „Ein offener Brief an Hollywood“

#4

Beitragvon Sponskonaut » Sa 5. Nov 2016, 03:18

Hier ist noch ein kleines Video, das 27 Remakes vorstellt, die Hollywood in den nächsten Jahren auf die Menschheit loslassen wird oder die zumindest in Planung sind. Größtenteils kann ich da nur [nono]

https://www.youtube.com/watch?v=PXkTWEc_MCY

Zum einen sind da Filme dabei, die wirklichen Kult-Status haben, und zum anderen sind es Streifen, die sowieso vor nicht allzu langer Zeit schon ein Remake erfahren haben. Und teilweise sind auch welche dabei, von denen man tatsächlich sagen kann, dass sie die Welt nicht braucht. Ich meine, Mortal Kombat? Ernsthaft?

Hier ist mal ein Auszug aus dieser Liste:

The Crow
Scarface
Dirty Dancing
Die unendliche Geschichte
Die Klapperschlange
Mortal Kombat
Friedhof der Kuscheltiere
American Werewolf
Starship Troopers
Die Vögel
Cliffhanger
Die Mumie
Bloodsport
20000 Meilen unter dem Meer
Timecop
3 Engel für Charlie
Der kleine Horrorladen
Freitag der 13.
A Nightmare on Elm Street

Wie kann man z.B. mit "Friedhof der Kuscheltiere" eine derartige Leichenfledderei betreiben? Oder mit Hitchcocks "Die Vögel", wo doch damals schon das Remake von "Psycho" dermaßen überflüssig war, zumal es sogar eine 1:1-Kopie war. Und allen Ernstes "Scarface"? Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie das Remake aussieht: Irgendein überbewerteter Jungschauspieler, den Hollywood nur vergöttert, weil er gut aussieht und auf dem roten Teppich eine gute Figur macht, wird dann krampfhaft versuchen, einen auf Al Pacino zu machen...

Die größte Befürchtung, die ich bei den meisten Filmen aber habe, ist, dass es solch ein unsäglicher CGI-Schrott wird. Streifen wie "20.000 Meilen unter dem Meer" oder der damals fantastische "Die unendliche Geschichte" sind doch prädestiniert dafür, von den großen Filmstudios auf diese Weise "vergewaltigt" zu werden. Ich muss gestehen, je öfter ich diese modernen CGI-Effekte sehe, desto weniger habe ich Lust auf solches Blockbuster-Kino. Dem Zeug sieht man einfach zu oft und zu deutlich an, dass es aus dem Computer stammt. Solche Animationen kann ich auch auf meiner Xbox bestaunen... [langweilig]

Wie es im Video weiter oben schon gesagt wurde: Die Studios und Produzenten machen sich einfach nicht mehr die Mühe, großartige Kulissen und Requisiten zu entwerfen, sondern lassen alles am Computer berechnen und stellen die Schauspieler vor Green Screens. Dass das natürlich anders wirken muss, als wenn die Darsteller tatsächlich mit und vor einer echten Kulisse agieren können, versteht sich doch von selbst.

Sorry, aber ich kann diesen unmöglichen Remake- und Reboot-Wahn einfach nicht mehr ab... [fire] Wo sind die originellen Ideen, die man noch bis Ende der 90er bestaunen durfte? Wo ist der Mut der Produzenten hin? Und trotz dieser Einfallslosigkeit und dem offensichtlichen Fokus auf Geldscheffelei feiert sich die Traumfabrik mit ihren "tollen" Oscars jedes Jahr selbst aufs Neue... [rollendeaugen]

Nun ja, es hat schon seinen Grund, wieso ich in den letzten zwölf, dreizehn Jahren vielleicht zweimal im Kino war: Es läuft einfach nur noch Mist... [nono]


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Re: Kolumne #1 - Wenn die Kasse zweimal klingelt… oder „Ein offener Brief an Hollywood“

#5

Beitragvon MartyMcFly » So 6. Nov 2016, 14:42

Absolut, dieser Remakewahnsinn geht wirklich schon zuweit und das meiste ist wirklich Mist und überflüssig. Jüngstes Beispiel: "Die glorreichen Sieben", Remake Müll.
Zu deiner oben genannten Liste an Filmen, ja da wären so ziemlich alle überflüssig, zu zweien möchte ich aber ein Kommentar abgeben.

Ein gut gemachtes Remake bzw. eine eigene neue Interpretation von "20.000 Meilen unter dem Meer" wäre ich nicht abgeneigt, wenn es wirklich gut gemacht ist und die Atmosphäre des Buches wiedergeben kann. Ich mag den Klassiker aus den 50er Jahren mit Kirk Douglas, auch die Jules Verne Bücher. Eine Produktion mit heutiger Technik wäre schon interessant. Bryan Singer traue ich einen guten Film zu.

Die unendliche Geschichte:
Ich weiß nicht, ich weiß nicht, ich denke da sollte man die Finger davon lassen. Der Film bzw. die Filme sind wirklich was besonderes, wenn ich nur daran denke von früher, als ich den Film gesehen habe, sie haben einfach eine besondere Magie, die auch heute noch funktioniert. Ich befürchte da eine aufgeblähte "Blockbuster" Inszenierung.


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Re: Kolumne #1 - Wenn die Kasse zweimal klingelt… oder „Ein offener Brief an Hollywood“

#6

Beitragvon Sponskonaut » So 6. Nov 2016, 21:17


MartyMcFly hat geschrieben:Jüngstes Beispiel: "Die glorreichen Sieben", Remake Müll.

Ja, ich kann es einfach nicht verstehen, wieso man Filme, die schon einen extremen Kultstatus haben, noch mal aufwärmen muss. [nope] Aber das Ding ist vermutlich, dass die Studios maximale Chance auf Erfolg voraussetzen - und da bietet sich ein bestehendes Franchise wohl am ehesten an. Die Risikobereitschaft fehlt mittlerweile komplett, man ist nur noch auf Gewinnmaximierung aus. Traurige Entwicklung.

Ein gut gemachtes Remake bzw. eine eigene neue Interpretation von "20.000 Meilen unter dem Meer" wäre ich nicht abgeneigt, wenn es wirklich gut gemacht ist und die Atmosphäre des Buches wiedergeben kann. Ich mag den Klassiker aus den 50er Jahren mit Kirk Douglas, auch die Jules Verne Bücher. Eine Produktion mit heutiger Technik wäre schon interessant.

Ja, das wäre der einzige Film, den ich mir gefallen lassen würde. Aber wie gesagt, ich habe die Befürchtung, dass es einfach nur ein unsägliches CGI-Feuerwerk gäbe. Der CGI-Mist ist, wie ich finde, die größte Unart in Hollywood geworden. Und selbst in stinknormalen Komödien wird schon vor dem "Green Screen" agiert.

Auch wenn ich mich wiederhole: Richtig handwerklich fundiertes Filmemachen, das auch mal mit den Konventionen bricht und mutiger ist, kommt irgendwie nur noch aus Europa. Und außerdem finde ich, dass auch der deutsche Film arg zugelegt hat. Damit meine ich aber weniger die unlustigen Komödien im Schweighöfer-Stil und auch nicht die "TV-Events" auf den privaten Sendern, sondern z.B. die TV-Produktionen der ÖR. Da waren bisher schon einige starke Sachen dabei, die sich weitab von Heimatfilmen und dergleichen abspielen. Krimis und Polit-Thriller kommen mir da als Erstes in den Sinn. Traurigerweise gibt es viele Leute, die deutsche Produktionen von Grund auf schlecht finden, einfach nur, weil sie aus Deutschland kommen. Dabei sind hier einige talentierte Regisseure und Darsteller unterwegs.

Ich würde meine Meinung über Hollywood ja gerne revidieren und habe den Filmen aus der Traumfabrik in der Vergangenheit immer wieder Chancen gegeben. Aber es ist schon sehr bezeichnend, dass meine negativen Eindrücke immer wieder bestätigt werden. Mittlerweile habe ich von Ami-Produktionen aber definitiv genug. [nope]


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Re: Kolumne #1 - Wenn die Kasse zweimal klingelt… oder „Ein offener Brief an Hollywood“

#7

Beitragvon Sponskonaut » Mo 7. Nov 2016, 02:31

Noch einen interessanten Kommentar zu dem Thema habe ich hier gefunden. Ist zwar von 2014, aber aktueller denn je.

Sehr treffend auch der Schlusssatz:

Denkt dran: Die Studios werden erst umdenken und etwas ändern, wenn wir aufhören den Müll zu fressen, den sie uns vorsetzen

Und hier noch eine interessante Grafik:
Grafik.jpg
Quelle: shortoftheweek.com

Ich kann es einfach nicht glauben, dass die Ansprüche des gemeinen Kinogängers derart niedrig angesetzt sind... [nope] Hat denn keiner mehr Interesse an intelligenteren und kreativeren Filmen? Finde es traurig, dass man zwischen den ganzen Remakes, Reboots, Comic-Adaptionen und x-ten Superheldenverfilmungen die wahren Perlen wirklich mit der Lupe suchen muss. Wenn ich da noch an die 80er und 90er zurückdenke, dann ist man wesentlich einfacher auf Independent-Perlen gestoßen - und das ohne Internet! Ich denke aber auch, dass das ausgesprochene Autorenkino arg abgenommen hat, gerade weil die Studios nur noch auf "Cash Cows" setzen.
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Re: Kolumne #1 - Wenn die Kasse zweimal klingelt… oder „Ein offener Brief an Hollywood“

#8

Beitragvon MartyMcFly » Mo 7. Nov 2016, 20:46


Sponskonaut hat geschrieben: Ich kann es einfach nicht glauben, dass die Ansprüche des gemeinen Kinogängers derart niedrig angesetzt sind... [nope] Hat denn keiner mehr Interesse an intelligenteren und kreativeren Filmen? Finde es traurig, dass man zwischen den ganzen Remakes, Reboots, Comic-Adaptionen und x-ten Superheldenverfilmungen die wahren Perlen wirklich mit der Lupe suchen muss. Wenn ich da noch an die 80er und 90er zurückdenke, dann ist man wesentlich einfacher auf Independent-Perlen gestoßen - und das ohne Internet! Ich denke aber auch, dass das ausgesprochene Autorenkino arg abgenommen hat, gerade weil die Studios nur noch auf "Cash Cows" setzen.

Genau, und das nächste Problem ist, wenn eine solche Perle gespielt wird, dann geht das meist unter den anderen "großen" Filmen unter. Damit meine ich nichtmal, dass die breite Masse davon nichts mitkriegt (was in der Regel sicher der Fall ist), auch die, die sich dafür interessieren (würden) kriegen da oftmals nichts mit. Klar haben die kleinen Filme so gut wie keine Werbemittel zur Verfügung, aber um das gehts jetzt mal nicht. [nono]


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Re: Kolumne #1 - Wenn die Kasse zweimal klingelt… oder „Ein offener Brief an Hollywood“

#9

Beitragvon Sponskonaut » Di 8. Nov 2016, 01:43


MartyMcFly hat geschrieben:Genau, und das nächste Problem ist, wenn eine solche Perle gespielt wird, dann geht das meist unter den anderen "großen" Filmen unter. Damit meine ich nichtmal, dass die breite Masse davon nichts mitkriegt (was in der Regel sicher der Fall ist), auch die, die sich dafür interessieren (würden) kriegen da oftmals nichts mit.

Auf jeden Fall bekommt man die im Kino schon lange nicht mehr zu sehen. [nope]

Ich habe in den letzten Jahren wirklich die Feststellung gemacht, dass ich die besten Filme - und für mich sind das in der Regel Independent-Produktionen - im TV zu sehen bekomme. Besonders die ÖR haben immer wieder die unbekannteren Filme im Programm, wenn auch meistens nur nachts. Jedenfalls stoße ich da sehr oft auf Indie-Streifen, die man wirklich nirgendwo anders sehen oder streamen bzw. runterladen kann. Wirklich traurig, wie viele grandiose Produktionen, die oftmals sogar etliche Preise bei unbekannteren Filmfestivals abgestaubt haben, im Spätprogramm versauern. Deswegen bin ich froh, dass ich die technische Möglichkeit habe, diese Perlen mitzuschneiden und in meine Sammlung einzupflegen.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich irgendwann mal zufällig auf "Clerks - Die Ladenhüter" gestoßen bin. Ich glaube, diese Low-Budget-Produktion habe ich zum ersten Mal im TV (auch im Spätprogramm) gesehen, aber das ist schon Ewigkeiten her, der Film stammt ja von 1994. Jedenfalls hat spätestens dieser kleine Film mein Interesse für das Geschehen abseits von Hollywood entfacht.

Heutzutage hätte Hollywood kaum noch den Mut, solch einen Außenseiter ins Kino zu bringen. Man ist nur noch auf hohe Gewinne aus, bringt immer denselben Kram in die Lichtspielhäuser, beschränkt sich auf schon dagewesene Franchises und hat jegliche Originalität verloren. Kreativ backt die Traumfabrik wirklich nur noch ganz kleine Brötchen...


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Beitragvon Sponskonaut » Fr 9. Dez 2016, 13:21

Ich fasse es nicht! Es kommt schon wieder ein neuer Spider-Man raus? [rollendeaugen]

https://www.youtube.com/watch?v=z776a6pRSw4

Mir fehlen da echt die Worte. Wie lange will man das Ganze denn noch ausschlachten? Aber noch mehr schockiert mich, dass es tatsächlich Leute geben muss, die sich diesen aufgewärmten Mist immer und immer wieder anschauen...


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