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2014 // Gone Girl

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Sponskonaut
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2014 // Gone Girl

#1

Beitragvon Sponskonaut » Mo 21. Dez 2015, 01:10

Auch so ein Film, den ich irgendwie ewig vor mir her geschoben habe, ist David Finchers "Gone Girl - Das perfekte Opfer". Aber auch wenn Fincher einer der wenigen Hollywood-Regisseure ist, die ich noch mag, konnte mich dieser Output ├╝berhaupt nicht ├╝berzeugen - eher noch wurde ich bitter entt├Ąuscht.

https://www.youtube.com/watch?v=4QJ9zkhhuMg
┬áţÖŚ┬áHandlung
Die Story ist eine Thriller-Geschichte, basierend auf einer Romanvorlage aus dem Jahre 2012, die von Hollywood-Aktrice Reese Witherspoon und deren Produktionsfirma Pacific Standard adaptiert wurde. Nick Dunne (Ben Affleck) und seine Frau Amy (Rosamund Pike) f├╝hren die vermeintlich perfekte Ehe. Als Nicks Partnerin am 5. Hochzeitstag spurlos verschwindet, ger├Ąt der Ehemann schnell ins Visier der Polizei, wobei Familienmitglieder als auch die Medien eine nicht unwesentliche Rolle spielen...
Vorab muss man erw├Ąhnen, dass man sich vom relativ gut gemachten Trailer nicht in die Irre f├╝hren lassen sollte. Was dem Zuschauer in diesen wenigen Minuten pr├Ąsentiert wird, spiegelt nicht das wider, was man in den geschlagenen drei Stunden zu sehen bekommt. Statt einem Noir-Thriller, wie man ihn vermutlich eigentlich erwartet, versucht sich David Fincher vielmehr an einem Genre-Mix aus Thriller, Mediensatire, Charakterstudie und Familiendrama - was, wie ich finde, genau das ist, woran der Streifen letztlich krankt. F├╝r mein subjektives Empfinden kann sich der Film einfach nicht entscheiden, was er denn nun sein m├Âchte. Was am Ende eben dazu f├╝hrt, dass keine Richtung, die die Geschichte einschl├Ągt, konsequent und ├╝berzeugend erz├Ąhlt wird. Die Story taumelt zwischen den Genres.

Fesselnd ist ja noch irgendwie das erste Drittel des Films, als noch unklar ist, ob und was Nick Dunne mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun hat. Eigentlich hatte ich vorab auch gedacht, dass es sich die ganze Zeit um diese Frage drehen w├╝rde, bis im zweiten Drittel
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dann irgendwann die Figur der Amy n├Ąher beleuchtet und damit der spannendste Plot gleich mal aufgel├Âst wird.
Als letztes Drittel gesellt sich zu diesem "Genre-Gebilde" noch ein Schuss Mediensatire, was f├╝r meinen Geschmack dann schon wieder "too much" war, nachdem ich erwartet hatte, man w├╝rde es mit einem tiefgr├╝ndigen Mix aus Thriller und Drama zu tun bekommen. Wie gesagt, der Film schneidet vieles an, durchdringt aber kein Genre auf ├╝berzeugende Art und Weise.

Ebenso schemenhaft bleiben die Protagonisten. Auch hier schw├Ąchelt augenscheinlich das Drehbuch, das es einfach nicht schafft, die Figuren wirklich greifbar oder gar "interessant" zu machen. Ich selbst kann jedenfalls nicht sagen, dass mich einer der Charaktere "abgeholt" h├Ątte. Die Akteure bleiben f├╝r meinen Geschmack zu blass und "zu weit weg" und k├Ânnen schlicht nicht ├╝berraschen, weil vieles sehr vorhersehbar wirkt. Gleiches gilt f├╝r die vermeintlichen Plot-Twists, die ich als genauso wenig ├╝berraschend empfunden habe. Insgesamt fand ich sowohl Figuren als auch Story viel zu konstruiert und unglaubw├╝rdig. Von den Logikl├Âchern und den damit einhergehenden offenen Fragen (vor allem zum zugegebenerma├čen abrupten Schlussakt hin) fange ich gar nicht erst an, allerdings auch nur, weil ich ein Zuschauer bin, der ohnehin kein "Erbsenz├Ąhler" ist, was "Details" angeht.

Dass mich die Figuren nicht ├╝berzeugen konnten, lag aber sicherlich nicht nur am Drehbuch, sondern zu einem gro├čen Teil auch an den Darstellern selbst. Eigentlich war ich Ben Affleck nie so wirklich abgeneigt und konnte die Kritik an seinem angeblich m├Ą├čigen Schauspiel nie wirklich nachvollziehen. Ich kann auch spontan gar nicht genau sagen, wie viele Filme ich von ihm schon gesehen habe. In "Gone Girl" fand ich ihn aber zugegebenerma├čen durch und durch leblos, sodass mir mal aufgefallen ist, dass sein Mimenspiel tats├Ąchlich arg limitiert scheint. Rosamund Pike macht ihre Sache da schon ├╝berzeugender, wobei ich aber auch nicht nachvollziehen kann, wie man ihr hier "Genialit├Ąt" attestieren kann. Kim Dickens, die man auch aus "Fear the walking Dead" kennt und wegen der ich mir diesen Streifen haupts├Ąchlich ansehen wollte, macht da auf mich noch den angenehmsten Eindruck, da sie weder durch Overacting noch durch talentloses Spiel auff├Ąllt.

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An sich ist die Message des Films schon eine ganz interessante. Es geht um Schein und Sein (sowohl in den Medien als auch in Beziehungen) und eben darum, wie die Dauerberieselung der Medien-Maschinerie unser eigenes Verhalten - und damit unser Leben - nachhaltig beeinflusst. Selbstdarstellung ist beispielsweise ein herausstechendes Thema in der ganzen Geschichte.

Aber wie schon gesagt, ist mir jedes Genre, das der Streifen thematisiert, viel zu oberfl├Ąchlich angeschnitten. M├Âchte man eine Mediensatire sehen, die wirklich den Kern der Problematik betrifft, sollte man sich "Wag the Dog" anschauen. Was mitrei├čende Thriller angeht, hat Regisseur David Fincher mit "Sieben" selbst schon Ma├čst├Ąbe gesetzt. Und was ├╝berzeugende Dramen angeht, fange ich lieber gar nicht erst mit Aufz├Ąhlungen an.

Alles in allem ist "Gone Girl" f├╝r mich (mal wieder) ein grandioses Beispiel f├╝r "├╝ber-gehyptes" Hollywood-Kino - und nach Christopher Nolan ist David Fincher der n├Ąchste Traumfabrik-Regisseur, der mich allm├Ąhlich immer mehr entt├Ąuscht. Ich kann mich da leider nur wiederholen: Durch derartige Werke, die vielerorts ├╝ber den gr├╝nen Klee gelobt wurden, sich letztlich aber eher als "hei├če Luft" entpuppt haben, werden amerikanische Produktionen f├╝r mich immer uninteressanter. Schade.

Meine Wertung: [popcorn] von 5 Popcorn-Portionen


I have no country to fight for; my country is the earth, and I am a citizen of the world.
- Eugene V. Debs

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