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2010 // Womb

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Sponskonaut
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2010 // Womb

#1

Beitragvon Sponskonaut » Mo 19. Jan 2015, 02:07

K├╝rzlich habe ich den Film "Womb" entdeckt, den ich mir vorgestern nun endlich mal angeschaut habe. Es handelt sich dabei um ein "Sci-Fi-Drama", wobei der Fokus hier eindeutig auf dem tragischen Teil der Geschichte liegt. Gewundert habe ich mich aber schon, dass ich den Streifen, der von 2010 stammt, erst jetzt entdeckt habe - zumal mich dieser Genre-Mix ohnehin stark anspricht.

https://www.youtube.com/watch?v=jSkCihQ7Pm0
┬áţÖŚ┬áHandlung
Die 9-j├Ąhrige Rebecca lernt (auf einer Insel, die nicht namentlich genannt wird) den 10-j├Ąhrigen Tommy kennen. Da Rebeccas Mutter beruflich wegziehen muss, trennen sich die Wege der beiden Kinder - ohne dass sie sich noch ordentlich voneinander verabschieden k├Ânnen. Als erwachsene Frau kehrt Rebecca eines Tages zur├╝ck, und die beiden kn├╝pfen da an, wo sie als Kinder aufgeh├Ârt haben. Als Tommy bei einem Autounfall t├Âdlich verungl├╝ckt, entschlie├čt sich die Hinterbliebene, den Klon ihres Freundes selbst auszutragen...
---

Vorab: Keine Angst, dass ich die Handlung oben schon erw├Ąhnt habe! Ich habe da keineswegs "gespoilert", sondern nur mal die Rahmenhandlung erz├Ąhlt, sodass jeder selbst entscheiden kann, ob die Story was f├╝r ihn/sie ist. Das eigentlich Spannende an der Geschichte ist das, was sich nach Rebeccas folgenschwerer Entscheidung entwickelt... Ich kann jedenfalls guten Gewissens sagen, dass mich der Film regelrecht umgehauen hat! [yeshappy]

Zun├Ąchst hatte ich das Gef├╝hl, dass die Story sehr schnell vorangebracht werden soll. Besonders das Kennenlernen der beiden Heranwachsenden f├Ąllt auf den ersten Blick relativ "komprimiert" aus, was aber der Tatsache keinen Abbruch tut, dass man irgendwie mit den Protagonisten mitf├╝hlen kann. Wenn man aber ber├╝cksichtigt, welch eine "Wucht" die Erz├Ąhlung im weiteren Verlauf entwickelt, dann l├Ąsst sich ├╝ber diese klitzekleine "Schw├Ąche" locker hinwegsehen.

Was den Film in meinen Augen so wertvoll macht, sind die vielen (vor allem moralischen) Fragen, die aufgeworfen werden: Wie weit darf Mutterliebe gehen? Ist Mutterliebe in jedem Fall st├Ąrker als jede k├Ârperliche und sexuelle Anziehungskraft bzw. die Liebe zu einem anderen Menschen? Wie einzigartig ist ein Lebewesen, respektive der Mensch tats├Ąchlich?

All diese Fragen b├╝ndelt diese Geschichte in einer einzigartigen Weise. Da gibt es viele Szenen, die diese diskussionsw├╝rdigen Fragen in aller Intensit├Ąt aufwerfen. Beispielsweise dann, wenn die "Mutter" ihren "Sohn" liebkost, wenn sich beide k├Ârperlich n├Ąherkommen. Aber auch die gesellschaftliche Akzeptanz von Klonen wird thematisiert, wobei man dazusagen muss, dass dieses Thema sp├Ąter dem Mutter-Sohn-Aspekt ein bisschen weichen muss. Sicherlich h├Ątte man das Soziale noch detailreicher ausf├╝hren k├Ânnen. Da das aber augenscheinlich nicht die Intention der Filmemacher war, und die eigentliche Geschichte derart eindringlich formuliert wird, wurde dieser Aspekt letztlich doch mehr als ausreichend behandelt.

Sehr gekonnt umgesetzt ist definitiv das Visuelle. Die ganze K├╝sten/Insel-Landschaft erzeugt eine merkw├╝rdig mystische und bedr├╝ckende Atmosph├Ąre, die den goldrichtigen Rahmen um diese faszinierende Story spannt. Ich finde jedenfalls, dass es sehr beeindruckende und vor allem passende Bilder sind, die der Regisseur da gew├Ąhlt hat. Score ist im gesamten Film relativ wenig vorhanden, was, wie ich finde, aber auch die richtige Entscheidung war. Die Bilder und vor allem die Schauspieler tragen die Geschichte ganz allein, sodass wahrscheinlich zuviel Filmmusik das Ganze eher zerrissen als ihm gutgetan h├Ątte.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu den Schauspielern: Insbesondere Eva Green, die den meisten wahrscheinlich als Bond-Girl an der Seite von Daniel Craig in "Casino Royale" ein Begriff sein d├╝rfte, macht hier einen grandiosen Job! Ihr Spiel ist derart intensiv und ├╝berzeugend, dass einem wahrlich die Spucke wegbleibt. Jedenfalls ging es mir und meiner Frau so, als wir den Streifen geguckt haben. Aber auch der restliche Cast liefert eine absolut solide Leistung ab. Ich w├╝rde die Besetzung guten Gewissens als goldrichtig bezeichnen. Man hat einfach das Gef├╝hl, dass "was r├╝berkommt". Es ist schwer in Worte zu fassen...

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Ich will jetzt eigentlich nicht noch mehr Worte verlieren, weil "Womb" ein Werk ist, das man einfach gesehen haben muss, das "wirken" muss. Eindringlich inszeniert, werden hier grunds├Ątzlich moralische Fragen aufgeworfen, ├╝ber die man generell stundenlang diskutieren k├Ânnte. Die Story ist definitiv interessant, die Inszenierung von vorne bis hinten eine runde und stimmige Sache, und schauspielerisch wird hier ebenfalls eine Top-Leistung abgeliefert. [daumen]

Wer auf Sci-Fi-Dramen steht, sich auch f├╝r psychologische Geschichten erw├Ąrmen und dazu noch was mit emotionalen Erz├Ąhlungen anfangen kann, der sollte sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen!

Meine Wertung: [popcorn] [popcorn] [popcorn] [popcorn] [popcorn] von 5 Popcorn-Portionen

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P.S.: Auch hier kann ich vor allem Marty mal wieder eine pers├Ânliche Empfehlung aussprechen! [zwinker] Falls du den Streifen noch nicht gesehen hast, hole das unbedingt nach!


I have no country to fight for; my country is the earth, and I am a citizen of the world.
- Eugene V. Debs

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