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2014 // Left Behind

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Sponskonaut
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2014 // Left Behind

#1

Beitragvon Sponskonaut » Mo 15. Dez 2014, 11:04

Vor einiger Zeit hatte ich von diesem Film gehört, den ich mir jetzt nun mal angeschaut habe. Als ich das Cover zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich, dass ich es sich um einen Action-Film handeln würde. Allerdings wird der Streifen als Mystery-Thriller beworben, weswegen meine Neugier noch größer wurde. Der Film basiert auf einer amerikanischen Roman-Reihe, eine Verfilmung gab es 2000 schon mal.

https://www.youtube.com/watch?v=X8b22Z7HxTA
  Handlung
Rayford Steele (Nicolas Cage) ist Passagiermaschinen-Pilot und gerade bei der Arbeit, als plötzlich mehrere Reisende einfach verschwinden. Doch auch auf der Erde zeigt sich dieses Phänomen, das den Planeten ins Chaos stürzt...
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Puh, ich kann gar nicht sagen, wie enttäuscht ich von dem Film bin, von dem ich mir wesentlich mehr versprochen hatte. Die Thematik hatte mich eigentlich gereizt, und der Trailer versprach einen abendfüllenden Spielfilm. An dieser Stelle muss man aber einfach sagen, dass der Trailer wesentlich mehr verspricht, als der Streifen am Ende halten kann. Nicht nur, dass die "Mystery-Thematik" letztlich viel zu kurz kommt, auch handwerklich hat der Regisseur so ziemlich alles falsch gemacht.

Erstmal fängt die Story sehr behäbig an. Man wird mit Steeles familiärer Situation konfrontiert, im Fokus stehen der Pilot und seine Tochter, dazu kommen noch die Mutter und der kleinere Sohn. Was mir aber sofort bitter aufgestoßen ist, sind die sehr hölzernen und konstruierten Dialoge, die es mir unmöglich gemacht haben, "Zugang" zu den Figuren zu finden. Es kann zwar durchaus sein, dass es mitunter an der Synchronisation liegt, aber so schlecht wie diese Szenen sind, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass sie im Original wesentlich besser ausfallen. Die Protagonisten bleiben durch die Bank oberflächlich, sodass es fast schon unmöglich ist, irgendwelche Sympathien oder Antipathien zu entwickeln.

Weiter geht es mit der Erzählung: Gleich von Beginn an wird klar, dass es sich in der Geschichte um Glaube und Religion handelt - bzw. handeln soll. Aber auch was das angeht, wird bestenfalls an der Oberfläche gekratzt. Die Dialoge klingen "wie gewollt und nicht gekonnt", die Figuren wirken blass. Die größte Krux des Drehbuchs ist aber, dass allzu offensichtlich versucht wird, eine Diskussion um dieses sensible Thema zu entfachen. Dumm nur, dass dieser Versuch derart jämmerlich ausfällt. Ohne die Roman-Reihe zu kennen, vermute ich einfach mal, dass das in der Print-Version wesentlich tiefgreifender und detailreicher umgesetzt wird und die Charaktere facettenreicher gezeichnet werden. Fakt ist jedenfalls, dass der Film kläglich daran scheitert, eine tiefgründige diskussionswürdige Geschichte auf die große Leinwand zu transportieren.

Die Effekte sind, wie ich finde, ganz ordentlich ausgefallen. Punktabzüge gibt es aber beim Score bzw. dem Soundtrack. Schon zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass die musikalische Untermalung sehr klischeehaft und billig anmutete. Teilweise wirkte das Ganze, als würde es einer Hollywood-Komödie aus den 90ern entspringen. Es ist irgendwie schwer zu beschreiben, jedenfalls wirkte der Score sehr altbacken und kitschig, und ich hatte gleich von Beginn an das Gefühl, dass er weder zur Story noch zum Genre passt. Dazu kommen noch die ungeschickt platzierten Pop-Songs, die so gar nicht ins Bild passen.

Schauspielerisch muss man Nicolas Cage sicherlich attestieren, dass er (bei aller erfolgreicher Vergangenheit) schon lange nicht mehr zur ersten Garde der Hollywood-Akteure gehört, sondern sich vornehmlich in B-Action-Filmen einen "Namen" gemacht hat - auch wenn "Joe - Die Rache ist sein" wieder ein richtig starker Steifen des Hollywood-Mimen sein soll. Aber in "Left Behind" reiht er sich nahtlos bei seinen Kollegen ein, die hier allesamt bestenfalls "Fernsehfilm-Format" zeigen.

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Erzählerisch und inszenatorisch ist der Film für mich ein absolutes Desaster. [nono] Die Story will augenscheinlich mehr sein, als sie tatsächlich ist, das Thema "Glaube und Religion" wird nur oberflächlich behandelt, die Figuren wirken über die gesamte Laufzeit blass, der Mystery-Aspekt gerät mit jeder verstrichenen Minute immer mehr in den Hintergrund - und am Ende hat man es eher mit einem "herkömmlichen" Katastrophen-Film zu tun, der bestenfalls das Prädikat "TV-Film" verdient hat. Man sollte sich vom vielversprechenden Trailer nicht blenden lassen!

Meine Wertung: [popcorn] von 5 Popcorn-Portionen


I have no country to fight for; my country is the earth, and I am a citizen of the world.
- Eugene V. Debs

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