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1997 // Contact

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Sponskonaut
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1997 // Contact

#1

Beitragvon Sponskonaut » Fr 15. Aug 2014, 10:27

Nachdem Marty diesen Film hier hin und wieder schon erw├Ąhnt hatte, und ich ihn bestimmt schon ├╝ber 10 Jahre nicht mehr gesehen habe, dachte ich mir, dass ich ihn mir mal wieder zu Gem├╝te f├╝hren k├Ânnte. [yeshappy] Als ich den Streifen damals das erste mal (auf DVD) gesehen habe, hat er mich wirklich umgehauen - und auch nach all den Jahren muss ich sagen, dass dieses feine Sci-Fi-Drama f├╝r mich kaum an Reiz verloren hat.

https://www.youtube.com/watch?v=D7tGBg38rzc
┬áţÖŚ┬áHandlung
Zur Handlung m├Âchte ich nicht mehr viele Worte verlieren, die l├Ąsst sich im Wikipedia-Eintrag nachlesen. Nur kurz: Die Story handelt von der Wissenschaftlerin Ellie Arroway (Jodie Foster), die sich der Suche nach au├čerirdischem Leben verschrieben hat. Der Film ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Carl Sagan.
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Nun denn, erstmal ein paar S├Ątze zur "handwerklichen" Umsetzung des Ganzen. Erz├Ąhlerisch und inszenatorisch finde ich den Film absolut ├╝berzeugend. Vielerorts wurde ja die relativ lange Spielzeit von zweieinhalb Stunden bem├Ąngelt, die ich aber sogar ziemlich passend finde. Die Spannung wird ja durchweg aufrechterhalten, und bei dieser Spieldauer hat man dann au├čerdem die Gelegenheit, sich noch st├Ąrker den Protagonisten zu "n├Ąhern". Ist jedenfalls mein subjektives Empfinden.

Visuell ist die Geschichte ebenfalls toll in Szene gesetzt, die (an den richtigen Stellen eingesetzten) Effekte sind f├╝r damalige Verh├Ąltnisse mehr als ordentlich, und was den Score angeht, kann man zweifellos erkennen, dass es sich um einen Robert Zemeckis-Film handelt.

Sicherlich kann man monieren, dass das Ganze teilweise ein bisschen kitschig daherkommt, aber wer gegen ein wenig "Kitsch-Faktor" nichts hat und sich auf solch eine Geschichte einlassen kann, der kann hier bestens unterhalten werden. Filmisch ist "Contact" ein Genre ├╝bergreifender Film geworden: Sci-Fi, Drama, Love-Story, ein bisschen Polit-Thriller, wobei ich hier definitiv in der Hauptsache das Genre "Sci-Fi-Drama" ansetzen w├╝rde.

Von Kritikern und Zuschauern hat der Streifen damals Schelte f├╝r seinen "esoterisch-religi├Âsen" Touch bekommen, und in der Tat w├╝rde auch ich sagen, dass es schon eine "spirituelle" Geschichte ist, die man hier serviert bekommt. Das Kernthema, das der Film behandelt, ist hier auf jeden Fall die Gegen├╝berstellung von Wissenschaft und Religion, und dass bei dieser Diskussion zwangsl├Ąufig die "Glaubensfrage" aufkommt, dessen sollte man sich bewusst sein, bevor man sich "Contact" anschaut. Allerdings geht der Film noch den konsequenten Schritt weiter und behandelt nicht nur die Frage nach dem Glauben an Gott, sondern auch den an sich selbst und an andere. Und letztlich dreht sich die Story um das Leben und den Sinn dessen. Au├čerdem geht der Film auch sehr stark auf die Frage ein, wie sich die Gesellschaft ver├Ąndern w├╝rde, wenn die Menschheit tats├Ąchlich auf au├čerirdische Intelligenz sto├čen w├╝rde.

Jetzt kann man nat├╝rlich bem├Ąngeln, dass diese Kernfrage ein bisschen "plump" verpackt wird. Im Gegensatz zu fr├╝her, hatte auch ich beim jetzigen Schauen das Gef├╝hl, dass man die Intention der Geschichte vielleicht ein bisschen subtiler und nicht ganz so offensichtlich h├Ątte verpacken sollen. Dass man eine Liebesgeschichte zwischen einer Wissenschaftlerin, die nur "an das glaubt, was man auch beweisen kann", und einem Theologen, der ja zweifelsohne ein Mann Gottes und des Glaubens ist, in die Handlung miteinbaut, zeigt schon sehr deutlich, worauf man damit hinauswill. Und dass es am Ende...

SpoilerZeigen
... die Atheistin ist, die sich der Skepsis der Regierung gegen├╝ber ihrem "Glauben" stellen muss und in der Beweispflicht steht,...


... zeigt einmal mehr ganz offensichtlich, worauf die Message des Films abzielt. Wie gesagt, fr├╝her ist mir das gar nicht so aufgefallen, aber vielleicht sind meine Anspr├╝che mit dem Erwachsenwerden ein bisschen gestiegen, was eine geschickt verpacktere Aussage angeht.

Schauspielerisch kann man den Darstellern ├╝berhaupt keinen Vorwurf machen, und ich w├╝rde sogar behaupten, dass Jodie Foster hier in einer ihrer st├Ąrksten Rollen zu sehen ist. Aber auch in den Nebenrollen ist der Film gl├Ąnzend besetzt: Matthew McConnaughey, William Fitncher, John Hurt, David Morse, Tom Skerrit, Angela Bassett, James Woods - alle machen ihren Job solide. Sehr sch├Ân finde ich au├čerdem, dass man den amerikanischen Pr├Ąsidenten nicht durch einen Schauspieler dargestellt, sondern Original-Aufnahmen von Bill Clinton verwendet hat. Das verleiht dem Ganzen noch wesentich mehr Authentizit├Ąt, wobei ich mir gew├╝nscht h├Ątte, dass man in der deutschen Synchro so konsequent gewesen w├Ąre, auch diese Einspieler zu synchronisieren.

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Trotz der Tatsache, dass die Message der Geschichte f├╝r meine heutigen Anspr├╝che zu offensichtlich verpackt wurde, geh├Ârt "Contact" nach wie vor zu meinen All-Time-Favorites. Sicherlich bleibt auch ein bisschen Kitsch nicht aus, aber da Robert Zemeckis ansonsten den Film visuell und erz├Ąhlerisch so sch├Ân inszeniert und um eine der Kernfragen des Lebens herum gesponnen hat, die prinzipiell auch (oder gerade) heute noch ausgiebig diskutiert werden kann, ist er f├╝r mich nach wie vor spannend und mitrei├čend. Trotz der Schw├Ąchen, die man kritisieren kann, w├╝rde ich "Contact" jederzeit als Musterbeispiel f├╝r das "perfekte" Sci-Fi-Drama heranziehen.

Wer also nichts gegen ein solches Drama hat, keinen Sci-Fi-Actioner erwartet, nicht gleich alles, was ├╝ber zwei Stunden Spielzeit geht, als langatmig bezeichnet und mit den Augen rollt, wenn es um Religion und Glauben geht, der sollte sich diesen Film definitiv anschauen. [yeshappy] Auch sollte man sich nicht von dem Trailer beirren lassen, der da eher die Sci-Fi-Komponente herausstellt. Im Grunde genommen, zieht die "Au├čerirdische-Intelligenz-Geschichte" nur einen Rahmen um das eigentliche Drama, das (wie ich finde) insgesamt sehr liebevoll erz├Ąhlt wird.

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- Eugene V. Debs

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