1994 // Friends

Antworten
Benutzeravatar
Sponskonaut
Verifiziert
SERIENGEEK
SERIENGEEK
Beiträge: 4185
Registriert: Di 9. Dez 2008, 02:08
Wohnort: Freelancer, der viel free lancen tut...
Danksagung erhalten: 5 Mal

1994 // Friends

Beitrag von Sponskonaut »

In meiner momentanen Nostalgie-Phase habe ich mal mit "Friends" angefangen. Die Sitcom gibt es bei Netflix und ich muss zugeben, dass sie mir nach wie vor echt gefällt.

  Handlung
Im Stadtteil Manhattan leben die sechs New Yorker Monica (Courteney Cox), Rachel (Jennifer Aniston), Phoebe (Lisa Kudrow), Chandler (Matthew Perry), Ross (David Schwimmer) und Joey (Matt Leblanc) das pralle Großstadtleben. Doch das ist geprägt durch allerlei Herzschmerz, berufliche Höhen und Tiefs und krude Begebenheiten. Doch glücklicherweise hält der eingeschworene Freundeskreis zusammen.


Ich hatte mir die Serie damals noch auf DVD gekauft, allerdings weiß ich gar nicht, ob ich alle Staffeln hatte. [hmm] Allerdings kam ich nie so wirklich dazu, mir die Sitcom anzuschauen, einige Episoden kannte ich im Grunde nur aus dem Fernsehen. Irgendwann habe ich die DVDs ungesehen verkauft – weswegen ich froh bin, dass es die Serie auf Netflix gibt. Mittlerweile komme ich ans Ende der 1. Staffel und muss sagen, dass ich immer noch große Stücke auf dieses Format halte.

Was ich vor allem an "Friends" mag, ist das Setting. Das geht schon mal bei den Wohnungen los. Das sind für mich so typische WG-Wohnungen, in denen die Möbel mehr oder weniger zusammengewürfelt sind. Das hat so einen ganz eigenen Charme, der nur wenig mit den sterilen Einrichtungen zu tun hat, die man heutzutage in den Möbelhäusern sieht. Gleiches gilt für das "Central Perk", das Café, das ja immer Treffpunkt für die Freunde ist. Auch das hat einen so individuellen Stil, der sofort wiederzuerkennen ist. Ich mag das einfach. Auch wenn da offensichtlich das meiste auf Studiogelände gedreht worden ist – ich nehme an, bei den Warner Studios –, finde ich trotzdem, dass das New Yorker Großstadtflair rüberkommt. Jedenfalls habe ich bei der Serie immer das Gefühl, dass man sich als Zuschauer im Big Apple befindet.

Die Schauspieler sind für mich allesamt Ikonen der 90er, und dazu kommt, dass ich die Besetzung absolut stimmig finde. Die Darsteller hamonieren so gut miteinander, dass es einfach Spaß macht, ihnen zuzusehen.

Zum Humor: Zugegeben, der ist vielleicht nicht jedermanns Sache, weil er doch recht "harmlos" wirkt, aber ich finde schon, dass da einige richtig gute Lacher dabei sind. Für mich ist der Humor teilweise typisch 90er, wobei ich mir bei vielen Gags schon gedacht habe, dass man die heute (in einer fast schon absurd politisch korrekten Welt) auch nicht mehr machen könnte. Eigentlich traurig... Ich mag es jedenfalls, wie sich die Truppe am Leben und der Liebe abkämpft und immer wieder in abstruse Situationen gerät. Und ja, ein bisschen Ernsthaftigkeit ist in den Handlungssträngen auch immer mal wieder vorhanden, allerdings nur in dem Maße, wie man es aus den 90er-Sitcoms so kennt. Neuere Comedy-Serien wagen sich da heutzutage oftmals an düstere Tonalität. Aber genau deswegen mag ich "Friends" auch so gerne. Die Serie hat einfach den typischen Sitcom-Charme von damals, bei dem vor allem der Spaß im Vordergrund steht, ein paar seriösere Töne aber auch nicht zu dominant sind.

Jedenfalls beamt mich die Sitcom in ihrer ganzen Machart schlagartig in die 90er zurück, was auf meinem aktuellen Nostalgie-Trip wirklich ein Segen ist. Denn manchmal kann ich die heutigen Produktionen einfach nicht mehr ertragen. Aber daran sieht man auch mal, wie sehr sich der Zeitgeist auch in der Kunst widerspiegelt. Ich glaube, Kunstschaffende kommen gar nicht umhin, diesen ignorieren zu können.
"A man is rich in proportion to the number of things which he can afford to let alone.”
- Henry David Thoreau
Benutzeravatar
Sponskonaut
Verifiziert
SERIENGEEK
SERIENGEEK
Beiträge: 4185
Registriert: Di 9. Dez 2008, 02:08
Wohnort: Freelancer, der viel free lancen tut...
Danksagung erhalten: 5 Mal

Re: 1994 // Friends

Beitrag von Sponskonaut »

So, habe aktuell mal fleißig mit der Serie weitergemacht und werde (nachträglich) zu einem noch größeren Fan. [yeshappy]

An ein paar Sachen erinnere ich mich zwar, aber das sind tatsächlich nur Bruchstücke. Merke momentan immer mehr, dass mir da viel entgangen ist und ich die Figuren nie in Gänze "kennengelernt" habe. Umso schöner ist es, dass die Serie nach wie vor auf Netflix verfügbar ist. Aber eins weiß ich jetzt schon: Werde mir die Serie definitiv auf Blu-ray holen. Vielleicht werde ich mir die Box zu Weihnachten schenken.

Aktuell bin ich bei den letzten Episoden der 4. Staffel angekommen, habe also viel gebinged in den letzten Wochen. Momentan bin ich eh melancholisch und nostalgisch drauf, da kommen mir das 90er-Flair und der Humor ganz gelegen. Übrigens ein Humor, der heute als sexistisch, rassistisch und sonstwas bezeichnet wird... [rollendeaugen] Für mich ist und bleibt die Sitcom aber die perfekte "Flucht" in die Vergangenheit und taugt für mich als Feelgood-Serie umso mehr. [yeshappy]

Ich mag einfach die ganzen Figuren ungemein gerne. Auch die Beziehungen untereinander und wie sich die charmanten Charaktere durchs Leben lamentieren, ist immer wieder amüsant anzuschauen. Sehr cool sind aber auch die unzähligen Gastauftritte: Julia Roberts, Jean-Claude van Damme, Chris Isaak, Billy Crystal und Robin Williams, um nur mal einiges zu nennen. Das alleine zeigt schon, wie beliebt die Serie schon damals war und welchen Einfluss sie auf das Sitcom-Genre hatte.
"A man is rich in proportion to the number of things which he can afford to let alone.”
- Henry David Thoreau
Benutzeravatar
Sponskonaut
Verifiziert
SERIENGEEK
SERIENGEEK
Beiträge: 4185
Registriert: Di 9. Dez 2008, 02:08
Wohnort: Freelancer, der viel free lancen tut...
Danksagung erhalten: 5 Mal

Re: 1994 // Friends

Beitrag von Sponskonaut »

Habe jetzt ordentlich weitergemacht und bin nun bei der 10. Folge der 5. Staffel angekommen. [yeshappy]

Wow, das Finale der 4. Staffel war ja noch richtig cool, zumal die anscheinend wirklich (zumindest teilweise) in London gedreht haben. Jedenfalls wurde es noch mal ziemlich emotional, was ich in Sitcoms immer sehr begrüße. Das hat mir bei "Immer wieder Jim" beispielsweise ein bisschen gefehlt, auch wenn es da emotionale Momente gab. Aber die Serie war im direkten Vergleich eher klamaukig angelegt.

Was mir in "Friends" auch sehr gefällt, ist, dass man die Charaktere regelrecht bei der Weiterentwicklung beobachten kann. Man spürt richtig, wie die einzelnen Figuren an ihren Erfahrungen wachsen und wie sehr sie durch die ganzen Erlebnisse geprägt werden. Gefühlt bauen die Episoden auch mehr auf den vorangegangenen auf, zumindest mehr als in anderen Sitcoms. Finde ich echt ganz angenehm.

Ich muss auch zugeben, dass mich die Nostalgie immer mehr packt. Die Klamotten, die Inneneinrichtungen, das "neue" Notebook von Chandler... [lachen1] Und dass es kaum Handies gab und man sich tatsächlich noch verpassen konnte... Ich glaube, jüngere Leute, die die Serie heute gucken würden, würden denken: "Mann, ruf sie doch einfach schnell an!" [teehee] Aber gut, denen wäre vermutlich der Humor nicht politisch korrekt genug... Jedenfalls verliere ich mich beim Gucken immer mehr in den guten alten Zeiten, als das Leben lange nicht so kompliziert und anstrengend war wie heute. Schmunzeln muss ich auch immer, wenn Joey und Chandler vor dem TV hocken und "Baywatch" gucken. Da hat man noch lange nicht ans Internet gedacht, und das Fernsehen war das Unterhaltungsmedium.

So oder so, "Friends" ist und bleibt für mich einzigartig! [daumen]
"A man is rich in proportion to the number of things which he can afford to let alone.”
- Henry David Thoreau
Benutzeravatar
Sponskonaut
Verifiziert
SERIENGEEK
SERIENGEEK
Beiträge: 4185
Registriert: Di 9. Dez 2008, 02:08
Wohnort: Freelancer, der viel free lancen tut...
Danksagung erhalten: 5 Mal

Re: 1994 // Friends

Beitrag von Sponskonaut »

Habe jetzt fleißig weitergeguckt und gehe so langsam dem Ende der 6. Staffel entgegen. [yeshappy] Eigentlich darf ich gar nicht so ein Tempo vorlegen, damit ich noch ein bisschen was von der Serie habe. Ich kann mir ja nur vage vorstellen, wie sich die Fans damals gefühlt haben, die die Sitcom jahrelang geguckt und mit den Charakteren bis zum Ende mitgefiebert haben.

Habe gerade die Episode "Mac und Cheese" geschaut, in der auch auf ein paar alte Episoden zurückgeblickt wurde. Ist schon krass, wie sich die Charaktere und natürlich auch die Schauspieler in der Zeit verändert haben. Das ist für mich überhaupt eine der großen Stärken von "Friends". Klar, in ihren grundsätzlichen Wesenszügen bleiben die Figuren logischerweise dieselben. Aber man merkt schon, dass sie sich charakterlich weiterentwickelt haben und erwachsener geworden sind.

Zudem finde ich, dass die Serie es (im Gegensatz zu manch anderer Sitcom) besser hinkriegt, Emotionen zu transportieren. Wenn ich da z.B. den direkten Vergleich mit "Immer wieder Jim" ziehe, dann war diese Serie, vor allem in den letzten Staffeln, viel zu klamaukig. Zugegeben, hin und wieder wurde es auch emotional, aber bei "Friends" kommen die Gefühle der einzelnen Protagonisten noch wesentlich mehr zum Tragen. Keine Ahnung, vielleicht kann ich mich mit diesen Figuren auch wesentlich besser identifizieren als mit so einem "average american dad".
"A man is rich in proportion to the number of things which he can afford to let alone.”
- Henry David Thoreau
Benutzeravatar
Sponskonaut
Verifiziert
SERIENGEEK
SERIENGEEK
Beiträge: 4185
Registriert: Di 9. Dez 2008, 02:08
Wohnort: Freelancer, der viel free lancen tut...
Danksagung erhalten: 5 Mal

Re: 1994 // Friends

Beitrag von Sponskonaut »

Jetzt bin ich tatsächlich schon bei der 7. Staffel angekommen und spüre nach wie vor keine Ermüdungserscheinungen. [grinsen]

Ich muss sagen, dass ich mal wieder sehr begeistert von den grandiosen Gastauftritten bin. Ich denke, ich spoilere nicht, wenn ich erzähle, dass Bruce Willis in drei Episoden mit dabei ist, wofür er sogar mit einem Emmy ausgezeichnet wurde. [daumen] Und damals war der gute Mann auf dem Zenit seines Schaffens. Ich meine, im Jahr 2000 hatte Willis schon Filme wie "The Sixth Sense" und "Armageddon" hinter sich, von den Werken mal abgesehen, die danach kamen. Das zeigt mal wieder umso mehr, welchen Einfluss die Sitcom damals hatte und wie gern etablierte Hollywoodstars darin aufgetreten sind. Jedenfalls gehe ich mal nicht davon aus, dass man diese Traumfabrik-Größen dazu zwingen musste. [zwinker]

Schön finde ich, dass die Serie ihrer Tonalität treu bleibt und auch das Emotionale nicht zu kurz kommt. Ist ja nicht selten der Fall, dass Sitcoms irgendann ein bisschen ihre Ausrichtung verändern und beispielsweise ernster werden.

Was ich auch immer noch genieße, ist die Zeit, in der die Serie spielt: von Mitte der 90er bis Mitte der 2000er. Man sieht keine Smartphones, sondern bestenfalls Klapp-Handys, und auch anhand der Klamotten kann man die Zeit ablesen. Trotzdem finde ich die ganze Serie irgendwie zeitlos. Und wie in verschiedenen Interviews und Making-Ofs schon gesagt wurde, bietet "Friends" einfach ganz viel Identifikations-Potenzial. Ich meine, wer wäre damals nicht gerne mit diesem chaotischen Haufen befreundet gewesen? Immerhin handelt es sich bei allen Figuren um wahre Charakterköpfe, die durch und durch sympathisch sind.
"A man is rich in proportion to the number of things which he can afford to let alone.”
- Henry David Thoreau
Benutzeravatar
Sponskonaut
Verifiziert
SERIENGEEK
SERIENGEEK
Beiträge: 4185
Registriert: Di 9. Dez 2008, 02:08
Wohnort: Freelancer, der viel free lancen tut...
Danksagung erhalten: 5 Mal

Re: 1994 // Friends

Beitrag von Sponskonaut »

So, jetzt bin ich tatsächlich bei der 10. und damit letzten Staffel angekommen – und bin schon ein bisschen traurig, dass ich nun bald damit durch bin.

Die Ereignisse in der Gruppe haben sich in den letzten paar Staffeln wirklich überschlagen, vor allem was die Pärchen-Bildungen angeht. Aber ich werde den letzten Durchgang jetzt auf jeden Fall noch genießen und werde dann mal schauen, welche Sitcom ich als Nächstes so parallel zu allen anderen Sachen schauen werde.
"A man is rich in proportion to the number of things which he can afford to let alone.”
- Henry David Thoreau
Antworten

Zurück zu „Comedy & Sitcom“