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1967 // The Prisoner / Nummer 6

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1967 // The Prisoner / Nummer 6

#1

Beitragvon Alexslider » Do 12. Jan 2012, 21:59

Kenn von euch jemand die Serie. Eigentlich gibt es ja zwei. Einmal die 60er Jahre Version und dann ein Remake von 2009. Morgen, am 13. Januar zeigt ZDFneo die Deutschlandpremiere der 2009er Version. Die original Serie lief vor längerer Zeit auf arte. Ich werde mir jedenfalls diese Serie anschauen. Schon allein weil ich die 60er Jahre Serie gesehen hab. Wobei mir da die ersten Folgen ganz gut gefallen haben. Die letzeren Episoden waren mir dann irgendwie zu verworren und ich konnte dem großen Storybogen irgendwie dann nicht mehr folgen. :/


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Re: The Prisoner / Nummer 6

#2

Beitragvon Sponskonaut » Do 12. Jan 2012, 22:08

Ja, wollte damals auf ARTE die Serie gucken, hab sie dann aber irgendwie verpasst. Ich werde aber auf NEO wohl mal reinschauen. Klingt jedenfalls ganz interessant.


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Re: The Prisoner / Nummer 6

#3

Beitragvon Alexslider » Sa 21. Jan 2012, 10:45

Die erste Folge hab ich mir jetzt angesehen. Ich werde mir die Serie jedenfalls weiter ansehen. Fand sie jedenfalls doch ganz spannend. Vor allem was hat es mit den zwei
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gläsernen Türmen
auf sich? Folge 2 hab ich aufgezeichnet...


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Re: The Prisoner / Nummer 6

#4

Beitragvon Gregor » Sa 21. Jan 2012, 22:05

Um was geht es bei "The Prisoner" eigentlich? Ist das so eine Knastserie wie Prison Break oder Hinter Gittern - Der Frauenknast?



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Re: The Prisoner / Nummer 6

#5

Beitragvon Alexslider » Sa 21. Jan 2012, 22:22

Nein. Keine Gefängnisserie. In der neuen Fassung erwacht der Hauptprotagonist in einer kargen Wüstenlandschaft, verwirrt und ohne Erinnerung. Er ist auf unerklärliche Weise gefangen in einer surrealen und mysteriösen Welt, genannt The Village - Die Stadt. Panisch erkundet er die unbekannte und fremde Umgebung und entdeckt, dass die Einwohner der Stadt mit Nummern identifiziert werden. Keiner von ihnen erinnert sich an eine frühere Existenz und alle stehen unter ständiger Beobachtung. Doch der Mann, von allen nur Sechs genannt, weiß, dass es hinter der Grenze der Stadt eine andere Realität gibt. Verzweifelt versucht er herauszufinden, was die Stadt ist, wo er sich genau befindet und wer die Kontrolle ausübt. Wurde er einer Gehirnwäsche unterzogen? Kann er Verbündete finden? Sechs nimmt den Kampf auf. Er will die Stadt verlassen, flüchten und einen Weg hinaus finden. Er will zurückkehren in sein altes Leben. (http://modultool.zdf.de/public/The_Prisoner/index.html)

Trailer: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ ... er-Trailer

Die Originalserie ist ähnlich nur eben im Stil der 60er Jahre.


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Re: The Prisoner / Nummer 6

#6

Beitragvon nr6de » Di 24. Jan 2012, 21:36

Ist doch ein bisschen umfangreicher ausgefallen als gedacht.

Worum es bei THE PRISONER (2009) geht, erschlieĂźt sich am ehesten, wenn
man sich mit dem Original von 1967, deutsch 1969, beschäftigt hat. Wie
hier richtig bemerkt wurde, hat ARTE 2010 den Original-PRISONER
ausgestrahlt, nach 18 Jahren erstmals wieder im deutschen
Fernsehen und erstmals ĂĽberhaupt komplett, alle 17 Episoden
synchronisiert. Denn vier Folgen hatte das ZDF 1969 aus GrĂĽnden, ĂĽber
die man spekulieren kann, fallen gelassen.

In THE PRISONER, oder auf deutsch NUMMER 6, spielt Patrick McGoohan
einen hochrangigen Regierungsangestellten, möglicherweise ein
Geheimagent, der plötzlich seinen Job niederlegt und daraufhin von
Unbekannten betäubt und entführt wird. Er kommt in einer Art Ferienort
an der KĂĽste zu sich, aus dem es, wie sich zeigt, keinen Weg nach
draußen gibt. Telefone ermöglichen nur lokale Gespräche, Taxis machen
nur örtliche Fahrten, und auf Landkarten sieht man nur vage
Bezeichnungen wie "Your Village", "The Mountains" oder "The Sea". Die
Bewohner geben sich extrem heiter bis freundlich und grĂĽĂźen einander stets
"Wir sehen uns!" Der örtliche Leiter stellt sich als "Nummer Zwei" vor
und offenbart dem Neuankömmling, er sei "Nummer Sechs". Alle Bewohner
sind nur mit Nummern statt Namen bekannt.
In jeder Episode versucht Nummer Zwei herauszufinden, warum Nummer Sechs
den Dienst quittiert hat, seine BeweggrĂĽnde zu erfahren und welche
Informationen er sonst noch mit sich herumträgt. Nummer Sechs verweigert sich aus prinzipiellen Gründen, die nur er kennt. Ihn beschäftigt natürlich die Frage, wer "Nummer Eins" ist und wie er aus
dem Ort fliehen könnte. "Ich bin keine Nummer. Ich bin ein freier
Mensch!" sind seine Worte im Vorspann. Er ist zu keiner Kooperation
bereit und setzt seinen Individualismus gegen Vereinnahmung jeglicher
Art. "Mit mir können sie keine Geschäfte machen. Ich habe mich
zurĂĽckgezogen."

McGoohan war in den frühen 1960er Jahren Großbritanniens höchstbezahlter
Fernsehstar gewesen, die Serie DANGER MAN (in Deutschland GEHEIMAUFTRAG
FĂśR JOHN DRAKE) hatte ihn ĂĽber die Grenzen hinweg bekannt gemacht. Mehrfach
wurde ihm die Rolle als James Bond angeboten. Er lehnte sie ab, weil sie
ihm als gläubigem Katholiken zu unmoralisch erschien. Es kam Sean
Connery. THE PRISONER wurde zur bis dahin teuersten britischen
Fernsehserie. Und weil das so war, die Zuschauerzahlen jedoch eher mäßig
waren (noch während produziert wurde, liefen schon die ersten Episoden
ĂĽber verschiedene regionale Sender), entschied man sich, die Sache nach 17 Folgen
zu beenden. Das Finale als Doppelepisode wurde in GroĂźbritannnien mit Spannung
erwartet (wobei "Pas de deux" Monate zuvor fertiggestellt worden war). Doch McGoohan enttäuschte die Zuschauererwartungen.
Statt den großen Unbekannten als Nummer Eins aus dem Hut zu zaubern, einen Oberschurken à la Blofeld aus dem 1967er James Bond LIEBESGRÜSSE AUS MOSKAU (da aber noch anonym), präsentierte er ein symbolträchtiges Vexierspiel in einer theaterhaften Umgebung. Die Kritiker waren verwirrt, die
Zuschauer gingen auf die Barrikaden. THE PRISONER, McGoohans Brainchild,
wurde einstweilen zum Flop, und McGoohans Produktionsfirma war pleite. Er
verließ später Großbritannien in Richtung USA, wo er am 13. Januar 2010 starb.

Die 17 Episoden von THE PRISONER bedienen sich konventioneller Motive
wie Fluchtversuche von Nummer Sechs, psychische oder physische Folter,
Gehirnwäsche und andere Tricks und Manipulationen, um ihn zum Sprechen zu bringen.
In fast jeder Episode wird Nummer Zwei durch eine neue ersetzt (damals
bekannte Schauspieler).
Die Ausgangssituation wird in der berühmten und in fast jeder Folge wiederholten Titelsequenz in beispielhafter Erzählökonomie gezeigt: Donnerschläge ertönen. Man sieht einen Mann mit entschlossenem Gesichtsausdruck im offenen Sportwagen, Lotus Super Seven, in die City
of London fahren, in eine Tiefgarage. Im BĂĽro seines Vorgesetzten findet
ein Streitgespräch statt (das man nur sieht, aber nicht hört). Dort haut er sein
Kündigungsschreiben auf den Tisch und fährt nach Hause. Dabei wird er
von einem Leichenwagen verfolgt. Als er seine Koffer packt, betritt ein
Leichenbestatter sein Haus. Gas strömt durchs Schlüsselloch und betäubt ihn. Als der Mann erwacht, findet er sich im "Ort" - im "Village".

NUMMER 6 durchbrach Genrekonventionen. Eine Westernepisode ist
darunter und eine Parodie auf Agentenfilme oder -serien vom Typ James
Bond. In einer anderen Episode finden Wahlen am Ort seiner Gefangenschaft statt, und er soll für den Posten von Nummer Zwei kandidieren... Während die Handlungen von NUMMER 6 noch ziemlich linear, also "normal" sind, sind sie doch von surrealistischen Brechungen durchsetzt.
Und je weiter die Produktion fortging, umso mehr Einfluss gewannen
McGoohans Ideen und Bilder: Statt um einen Geheimagenten in anonymer
Gefangenschaft ging es jetzt um das Individuum, den freien Willen,
Politik und Gesellschaft, Freiheit und Zwangssysteme aller Art. Das Produktionsdesign mit dem realen Drehschauplatz Portmeirion als ominöses Village taten ein Übriges und beförderten die Serie ca. 10 Jahre nach der Premiere ins Reich des Kults. Viele nachfolgende Film- und Serienformate sind ohne den Einfluss von THE PRISONER nicht vorstellbar.

Das ist in groben ZĂĽgen der Hintergrund, vor dem das sogenannte Remake
stattfindet. Man hat hier die wechselnden Nummer Zweien durch eine
einzige Person ersetzt. Das kann man bei nur sechs Episoden vertreten. Das
größte Problem ist aber die Figur 6. Es handelt sich nicht mehr um einen
Regierungsangestellten, einen Menschen mit Verantwortung fĂĽr ein vorgebliches demokratisches Gemeinwesen, sondern um einen Datenanalysten, der irgendwas
Besonderes bei seinen Beobachtungen entdeckt hat, was ihn aussteigen
lässt. Statt eine Kündigung zu schreiben, sprüht er das Firmenfenster mit dem Wort "Resign" voll. Daraufhin landet er in einem Ort ("die Stadt"), der anscheinend
oder angeblich der einzige auf der Welt ist. FĂĽr diese Produktion spielt
es keine Rolle mehr, was 6 da herausgefunden hat. Der Ort ist darĂĽber hinaus, das
zeigt sich gegen Ende, gar kein physischer Ort. Vor allem aber ist 6 dem
Vorbild in keiner Sekunde gewachsen. Er ist nicht (wie McGoohans Produktionsfirma hieĂź)
"Jedermann", sondern in Wirklichkeit ein "Niemand" - als Rolle und Jim
Caviezel als Schauspieler.

Letzten Endes - ACHTUNG SPOILER -

wird 6 zum Nachfolger und Vollstrecker von 2 und dessen fragwürdigem Werk einer "gated community" der repressiven Glückseligkeit. Keine Ironie des Skriptes. Allein das ist kaum mit dem Original vergleichbar und noch weniger vereinbar. Verschärfend hinzu kommt das vergeigte Drehbuch von Bill Gallagher. Seine fragmentierende Erzählweise mag er für surrealistisch halten. Sie ist aber nur sprunghaft, ja volatil. Ganze Handlungsmotive fallen auf halbem Weg unter den Tisch.
Buchstäblich tun sich riesengroße logische Löcher auf. Davor war freilich auch das Original nicht sicher, das steht fest. Aber dort war die Erzählung, waren die Spannungsbögen (fast) jederzeit klar ersichtlich.

Nach allem, was über das "Remake", die "Neuinterpretation", die "Neuschöpfung" geschrieben wurde, ist das der Hauptgrund, warum die Reaktionen in den USA, in Frankreich und in GB fast durchwegs mau waren. Dass zudem Caviezel als 6 mit dem wahren Star Ian McKellen als 2 nicht
mithalten kann, steht auf einem anderen Blatt.

AMC und ITV als produzierende Studios haben sich ohne Not eine Vorlage genommen, an der sie sich jetzt messen lassen müssen. Das konnte nur schiefgehen. Ein Mühlstein, an dem die Produktion sich verhoben hat. Dabei sage ich allen, seht's euch an! Es gibt Qualitäten. Aber vergesst
THE PRISONER in diesem Zusammenhang.

FĂĽr mehr: www.nummer6-theprisoner.de

Wir sehen uns!



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Re: 1967 | The Prisoner / Nummer 6

#7

Beitragvon Alexslider » Sa 3. Nov 2012, 18:17

Nun, da ich die Serie jetzt vollständig gesehen habe, muss ich sagen - das Original fand ich bei weitem Besser. Die 2009er Version war für mich doch zu verworren und irgendwie bin ich da nicht richtig dahintergestiegen. War Nummer 6 da nun in einer realen Welt oder hat er nur alles geträumt oder wie... ich hab keine Ahnung. :elektro :elektro :pfeif


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Re: 1967 // The Prisoner / Nummer 6

#8

Beitragvon Alexslider » Fr 28. Nov 2014, 11:50

Am 16. Januar 2015 wiederholt das ZDF die Neuauflage wieder! Nur so zu Information


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