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Kari Wuhrer - Shiny [Album-Rezension]

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Kari Wuhrer - Shiny [Album-Rezension]

#1

Beitragvon Sponskonaut » Mo 14. Apr 2014, 16:48

Nachdem wir nun in mehreren Threads schon das Thema "Kari Wuhrer singt" hatten, habe ich mir mal das Album besorgt und will hier, wie ich es schon im Fall von Cleavant Derricks Album getan habe, eine kleine Rezension zum Album bzw. zu den einzelnen Tracks schreiben.

Fangen wir also gleich mal an. [zwinker]

1. There's a drug

Ist eine eher langsamere Rock-Nummer, mich erinnern Stimme und Instrumentierung stark an Garbage, deren Sängerin Shirley Manson auch als Terminatrix in der Serie "Terminator S.C.C." zu sehen war. Das Stück fängt mit Akustik-Gitarre an, dann setzen die Bass-Line und Karis Stimme ein. Die Vocals klingen ein bisschen "rockig-rotzig".

2. Normal

Auch hier wieder ein Gitarren-Intro, begleitet durch Karis Gesang. Vom Tempo her eigentlich genauso wie "There's a Drug". Allerdings geben sich hier die etwas "ruhigeren" Strophen mit dem verzerrten Chorus die Klinke in die Hand. Könnte man fast schon als Grunge-Nummer bezeichnen.

3. Your Octopus

Im dritten Track fährt Kari wieder dieselbe Schiene: Akustik-Gitarre mit leichter Distortion, wummernde Drums und "Rock-Röhren-Vocals". Allerdings gibt es gegen Ende noch ein kleines Gitarren-Solo, wenn auch nichts wirklich Ausgefeiltes.

4. Take me now

Der vierte Song des Albums fällt endlich ein bisschen aus der Reihe. Kommt mit gezupfter Gitarre weniger rockig daher, Karis Stimme kommt hier wohl am besten zur Geltung, auch wenn sie anscheinend ein bisschen im Studio überarbeitet wurde. Dazu noch dezente Synthies und Drum-Computer-Einsätze, die aber kaum auffallen und gut ins Bild passen. Würde den Titel schon als Ballade bezeichnen. Gesanglich scheint sie in diesen Track schon sehr viel Herzblut gelegt zu haben. Schöne Nummer!

5. Come and get it

Wieder eine rockigere Nummer mit "verspielten" Vocals. Schon irgendwie eine Gute-Laune-Nummer, auffällig sind die ebenfalls "verspielten" Gitarren-Effekte. Ist zwar nichts wirklich Besonderes, macht aber irgendwie Laune. Ist außerdem der kürzeste Track auf dem Album.

6. Can't cope

Auch hier wieder eine rotzig-freche Rocknummer, interessant sind dabei die Drums, die teilweise Steel-Drum-Charakter haben, wenn man diesen Effekt mal so bezeichnen möchte. Finde den Song aber nicht wirklich eingängig, die Vocals bzw. die Lyrics verleiten Kari anscheinend ein bisschen dazu, zu "jaulen".

7. Sunflower Man

"Sunflower Man" ist wieder eher balladesk, zum Refrain gibt's dann einen Tempowechsel, ist dann eher Midtempo und einen Tick rockiger. Finde den Track typisch fĂĽr den Alternative-Rock, der Mitte bis Ende der 90er so gepflegt wurde.

8. Little Birds

Der 8. Song kommt ähnlich daher: Gitarren mit viel Effekten, dominantes Schlagzeug mit ein paar Drum-Computer-Einsätzen. Die Strophen fallen ein bisschen softer aus, zur Bridge und zum Refrain hin wird es wieder rockiger. Kein wirklich besonderer Track.

9. Hands of Mary

Balladeskes Stück, das wieder mit gezupfter Gitarre anfängt. Auf jeden Fall klingt Karis Stimme hier am "unbearbeitetsten" und bewegt sich ein bisschen in den höheren Oktaven. Allerdings bleibt die Nummer nicht durchweg ruhig, die Instrumente drehen immer wieder auf. Vom Songwriting her finde ich das Stück am interessantesten.

10. Better off

Zum Abschluss eine richtige Ballade mit Piano-Begleitung. Sehr eingängige Melodie, die Vocals kommen hier definitiv am besten zur Geltung, dürfte wahrscheinlich die größte Herausforderung für Kari gewesen sein. Gefühlt würde ich sagen, kommt sie in diesem Song am meisten aus sich raus, wunderbares Stück.

---

Mein Fazit: Alles in allem ist "Shiny" sicherlich kein herausragendes Album geworden, zumal das meiste relativ gleich klingt und es prinzipiell wenige Höhepunkte gibt. Wie gesagt, ist eben dieser typische Alternative-Rock-Sound der 90er, der mich bspw. an Garbage oder die damalige Mädels-Rock-Kombo L7 erinnert. Ein ähnliches Album hat auch schon Schauspiel-Kollegin Jennifer Love Hewitt veröffentlicht, wobei ich denke, dass die mit einer Produzentin wie Meredith Brooks wohl besser beraten war, das Songwriting wesentlich gekonnter ausfällt und die, wie ich finde, auch eine schönere Stimme hat.

Wer auf den Alternative-Rock-Sound der 90er steht, kann sich das Album ruhig anhören, auch wenn es insgesamt sicherlich kein Glanzstück geworden ist. Trotzdem kann man durchaus sagen, dass Kari singen kann. Ich hatte schon irgendwie geahnt, dass Kari auf solche Mucke steht, was sie in meinen Augen noch einen Tick sympathischer macht. [zwinker]

P.S.: Ich muss dazusagen, dass ich diese ersten Eindrücke auch tatsächlich beim ersten Durchhören des Albums niedergeschrieben habe. Es kann deswegen natürlich sein, dass sich meine Meinung nach mehrmaligem Hören ein bisschen relativiert. Es gibt ja durchaus Alben, in die man sich erstmal "reinhören" muss und bei denen man mit der Zeit erst die feinen Details entdeckt.


I have no country to fight for; my country is the earth, and I am a citizen of the world.
- Eugene V. Debs

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