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Ubuntu (Linux) - Der große Ubuntu-Thread

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Ubuntu (Linux) - Der große Ubuntu-Thread

#1

Beitragvon Sponskonaut » Di 9. Feb 2010, 19:06

So, nachdem ich ja in der Vergangenheit schon etliche Male den Versuch gestartet hatte, komplett auf Linux umzusteigen, sieht es so aus, als ob es diesmal wirklich was werden könnte! Ich habe schon mehrere Distributionen durchprobiert, was mir aber immer am besten gefallen hat, war Ubuntu - das ich nun in der Version 9.10 "Karmic Koala" auf meinem etwas betagten Sony Vaio Notebook installiert habe.

Und ich bin wirklich begeistert! Alle Geräte (inkl. W-Lan) wurden auf Anhieb erkannt, und ich habe sogar, was bei den vorigen Versionsnummern immer ein Knackpunkt war, meinen DVB-T-Stick zum Laufen gebracht und ein geeignetes Pendant zu meinem favorisierten Schnittprogramm unter Windows (TmpegEnc Mpeg Editor) gefunden, das schlicht "DVBcut" heißt. Auch alle anderen Anwendungsbereiche konnte ich schon erfolgreich abdecken, sodass einem kompletten "Switch" im Prinzip nichts mehr im Wege steht! :mrgreen:

Leider ist mein ACER-Rechner, den ich zu Weihnachten bekommen hatte, zurzeit beim Acer-Service, weil scheinbar die Platte defekt ist, vielleicht auch das Mainboard. Ich hätte zwar selbst daran rumschrauben können, aber wenn es schon in der Garantiezeit ist und ggf. was Größeres dran ist... Ich denke jedenfalls, dass ich meinen PC auch mit Ubuntu "beglücken" werde. Alles, was noch zum Laufen gebracht werden muss, sind mein Laserdrucker von Samsung und mein MFP von HP, allerdings sind das bekannte Hersteller, sodass es keine gravierenden Treiberprobleme geben sollte.

Mein Fazit: Die diversen Linux-Distributionen werden immer bedienerfreundlicher, über die voreingerichtete Paketverwaltung hat man Zugriff auf eine immense Auswahl an Anwendungen, vor allem auch im Multimedia-Bereich, und was Büro-Sachen angeht, hat man mit Open Office und etlichen Mail-Clients auch ein strakes Paket für die täglichen Aufgaben an der Hand. Außerdem gefällt mir der Open Source Gedanke und dass sich jeder beteiligen, Wünsche und Verbesserungsvorschläge loswerden kann, und diese auch von den Programmierern erhört werden, mit denen man in der Regel unmittelbar in Kontakt treten kann. Gerade in Zeiten des iPads, das ja ganz vorne mitspielt, wenn es um geschlossene Systeme geht, ist es gar nicht verkehrt, auf eine offene Plattform und offene Standards zu setzen!

Wie seht ihr das? Habt ihr selbst eine Linux-Distri am Laufen? Und was denkt ihr über den Gedanken der Open Source?


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Re: Ubuntu 9.10 "Karmic Koala"

#2

Beitragvon Alexslider » Fr 12. Feb 2010, 21:59

Mit Linux habe ich noch keine Erfahrungen und werde es denke ich auch nicht versuchen. Keine Ahnung warum... ich habe seit ich denken kann nur Windows gehabt und bleibe dabei. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier ;)

Was Open Source angeht, finde ich das optimal. Programme die man braucht für umme, ist einfach besser. Vorallem gibt es ja auch hochwertige Open Source Programme, wo manche kostenplichtige Programme nicht so der bringer sind. Gutes Beispiel Open Office - völlig gratis und umfangreich wie Microsoft Office. Wobei mir das neue MS Office absolut nicht gefällt. Die Menüführung ist dort völlig verwirrend und umständlich.


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Re: Ubuntu 9.10 "Karmic Koala"

#3

Beitragvon Sponskonaut » Do 4. Mär 2010, 01:14


Alexslider hat geschrieben:Mit Linux habe ich noch keine Erfahrungen und werde es denke ich auch nicht versuchen. Keine Ahnung warum... ich habe seit ich denken kann nur Windows gehabt und bleibe dabei. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier ;)

Ich habe meinen Acer jetzt auch erst mal wieder mit Windows 7 beglückt. Eigentlich läuft da alles, was ich so mit dem Rechner mache, in der Summe noch am besten. Auch von der bedienung her komme ich mit Windows zugegebenermaßen immer noch am besten klar. Von dem Gewohnheitsaspekt, den du angesprochen hast, mal abgesehen, finde ich auch, dass (gerade Windows 7) noch die sinnvollsten Features enthält - jedenfalls gilt das für mich persönlich. Aus diesem Grund denke ich, dass Windows - sollte es sich auch weiterhin so positiv entwickeln wie das aktuellste System - eigentlich immer mein "Haupt-Produktiv-System" bleiben wird. Da spielt dann dann natürlich auch die große Auswahl an Software eine große Rolle.


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Re: Ubuntu 9.10 "Karmic Koala"

#4

Beitragvon Tasman » Mi 21. Apr 2010, 10:45

Hallo,

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Re: Ubuntu 9.10 "Karmic Koala"

#5

Beitragvon hatuks » So 17. Okt 2010, 20:28

Ich habe mich diesen Sommer an Linux herangewagt (Ubuntu Lucid Lynx und dasselbe als Netbook Remix), nachdem ich mich durch das vorinstallierte Linux (Linpus Lite) auf meinem Netbook ein bißchen an Linux gewöhnt hatte. Mein Netbook hat nur 8 GB Flashspeicher und keine Festplatte (absichtlich), außerdem zwei 16 GB Speicherkarten. Der läuft also nur mit Linux.

Auf meinem neuen Laptop habe ich jetzt Dual-Boot: Windows 7 und Ubuntu Lucid Lynx, aber ich arbeite fast nur auf der Ubuntu-Oberfläche. Schon, weil es im Internet sicherer ist und Ubuntu deutlich schneller hochfährt. Läßt sich also ganz gut nutzen, ohne daß man schwer eingeschränkt wäre.

Ich bin auf die Idee gekommen, Linux zu benutzen, als ich meinen letzten Laptop mit Vista drauf angeschafft habe. Vista hat mich zu Tode genervt, so daß ich an sich nicht undankbar war, als der Laptop ein Problem entwickelt hat, mit dem man ihn zwar als stationäres Gerät weiter benutzen, aber nicht mehr zuklappen kann - ist also als Laptop nicht mehr nutzbar. Jedenfalls sind meine sämtlichen Windows-Programme, die ich unter XP benutzt habe, unter Vista nicht mehr gelaufen. Dann habe ich mir im Netz Freeware als Ersatz gesucht und dabei festgestellt, daß die meisten Programme auch für Linux angeboten werden. Wozu also weiter Windows nutzen, wenn Linux kostenlos, stabiler, weniger virenanfällig und außerdem viel schlanker ist? Ubuntu verbraucht ja wirklich kaum Speicherplatz, jedenfalls im Vergleich zu Windows, das immer aufgeblähter wird und mit der Zeit auch immer schwerfälliger - das hat mich auch genervt. Außerdem finde ich die Windowspreise unverschämt.

Warum betreibe ich aber immer noch eine Windowsoberfläche? Das liegt vor allem daran, daß manche Spezialistensoftware nur unter Windows läuft. Da wollte ich auf Nummer Sicher gehen. Allerdings ist das nach XP auch alles nicht mehr so einfach. Und ich habe nach wie vor ein großes Problem mit Open Office: Ich brauche beruflich sehr viele Sonderzeichen (fast ein komplettes Alphabet), die in meinen Texten ständig vorkommen. In Word kann ich die komfortabel auf selbstgewählte Tastenkombinationen legen, die ich mittlerweile auswendig kenne. Also muß ich beim Schreiben nicht unterbrechen, um die Sonderzeichen einzufügen, sondern kann einfach die entsprechenden Tasten drücken - fertig. Dauert nicht wesentlich länger als normales Tippen. Die Option mit der Tastenbelegung gibt es aber in Open Office nicht, und wenn man die Sonderzeichen einzeln über das Fenster einfügt, bleibt noch nicht einmal das Sonderzeichenfenster stehen wie in Word, sondern man muß es jedes Mal neu aufrufen. Also kann ich mit Open Office beruflich praktisch nicht arbeiten. Jetzt habe ich aber festgestellt, daß ich Word über Wine in Linux installieren kann, und damit funktioniert es dann wieder. Die Installation ist zwar nicht ganz in Ordnung (meldet auch immer einen Installationsfehler), aber die wesentlichen Funktionen sind alle vorhanden. Leider klappt das nicht mit der übrigen Software, die ich verwende. Aber wenn man nur Software braucht, die viele Leute anwenden, sollte man mit Wine ganz gut zurecht kommen.

Grundsätzlich finde ich Linux auf jeden Fall klasse, und wenn es sich weiter verbreitet, gibt es vielleicht irgendwann die Software, die für mich wichtig ist, auch für Linux. Benutzerfreundlich finde ich es übrigens auch. Für mich war besonders wichtig, daß man über die rechte Maustaste ein Menü aufrufen kann. Wenn man sich daran gewöhnt hat, beschleunigt es ungemein das Arbeiten. Und bei unserem Büro-Mac macht es mich wahnsinnig, daß das nicht geht, und bremst auch mein Tempo erheblich. Man muß bei Linux zwar ab und zu mit dem Terminal arbeiten, aber solange es nicht sehr kompliziert wird, helfen die online verfügbaren Beschreibungen da sehr gut weiter. Oft muß man die Befehle nur ins eigene Terminal reinkopieren oder minimal anpassen. An manche Dinge traue ich mich allerdings noch nicht ran, weil die Beschreibungen so kompliziert aussehen, daß ich nicht überschauen kann, was kaputt geht, wenn etwas nicht so funktioniert wie beschrieben - was ja ab und zu vorkommt. In solchen Fällen fände ich es besser, wenn man die Einstellung über eine grafische Oberfläche vornehmen könnte. Andererseits: Wenn man in Windows ein echtes Problem hat, muß man sich auch erst im Netz dumm und dämlich suchen, bis man es vielleicht geregelt kriegt. Ist also kein wesentlicher Unterschied, würde ich sagen.

Also: Ich bin in jedem Fall ein neuer Linux-Fan und kann jedem nur empfehlen, es auszuprobieren. Sobald ich fertig aufgeräumt habe, werde ich eine schlankere Version (wahrscheinlich Xubuntu) mal als zweite Boot-Möglichkeit auf meinem alten Turm einzurichten versuchen. Womöglich ist er damit nicht so lahm wie mit XP und damit wieder verwendbar. Im Augenblick habe ich dazu überhaupt keinen Nerv und nehme lieber den viel schnelleren Laptop mit Ubuntu.


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Re: Ubuntu 9.10 "Karmic Koala"

#6

Beitragvon Sponskonaut » Mo 18. Okt 2010, 04:26


hatuks hat geschrieben:Für mich war besonders wichtig, daß man über die rechte Maustaste ein Menü aufrufen kann. Wenn man sich daran gewöhnt hat, beschleunigt es ungemein das Arbeiten. Und bei unserem Büro-Mac macht es mich wahnsinnig, daß das nicht geht, und bremst auch mein Tempo erheblich.

Ich weiß ja nicht, mit welchem Mac-System ihr arbeitet, aber den Rechtsklick hat man da auch, ist allerdings nicht voreingestellt. Geht aber ganz einfach über "Systemeinstellungen". Viele Leute meinen ja, dass der Mac keine rechte Maustaste hat, was aber de facto nicht richtig ist. Ich arbeite selbst viel mit dem Kontextmenü und könnte mir eine Nutzung ohne gar nicht vorstellen.

Vielleicht wäre ich auch schon lange auf eine Linux-Distri umgestiegen, aber es gibt noch zuviel Software, für die es unter bspw. Ubuntu oder Suse keine gleichwertigen Pendants gibt.

Ich hatte ja in diesem Thread schon mal vom Schneiden meiner DVB-T-Aufnahmen gesprochen, was ich seit jeher mit "TmpegEnc Editor" unter Windows mache. Der Vorteil des Programms ist, dass ich damit meine Mitschnitte problemlos schneiden und editieren kann, ohne mir das lästige Muxen und Demuxen aufzuhalsen, was man eigentlich tun muss, um am Ende keine Asynchronitäten zwischen Bild- und Tonspur zu haben. Außerdem schneidet das Programm so punktgenau, dass man hinterher gar nicht mehr merkt, wo mal Werbung war - und das bei einfachster Bedienung. "DVBcut" hat mir nicht so gute Ergebnisse geliefert, und auf dem Mac nutze ich "TmpegEnc Editor" in einer virtuellen Maschine.

Das ist aber nur ein Beispiel von vielen, und ich muss sagen, dass mir Windows (aktuell 7, was mir sehr gut gefällt) und Mac OS X meine Anwendungsbereiche wesentlich besser abdecken als irgendein Linux-Derivat. Ich habe jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass Ubuntu und Suse zwar schöne Systeme sind, die für die "normale" Nutzung schon alles mitbringen, es aber ziemlich schwierig wird, sobald man etwas speziellere Anforderungen stellt. Aus diesem Grund glaube ich nicht, dass ein Linux jemals mein produktives Hauptsystem werden wird.

@hatuks

Freut mich aber trotzdem, dass Ubuntu dir so zusagt! Ich habe die letzten Versionen des Systems immer mal interessehalber unter die Lupe genommen und muss sagen, dass es sich wirklich gemausert hat.


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Re: Ubuntu 9.10 "Karmic Koala"

#7

Beitragvon hatuks » Fr 22. Okt 2010, 13:45

Ah, danke für den Tip mit der rechten Maustaste beim Mac! :) Ich kenne mich mit dem Ding nicht sonderlich gut aus, weil ich noch nie Mac-Benutzer war. Aber meine Kollegin hat von Anfang an mit dem Mac gearbeitet, deshalb haben wir einen im Büro. Und da mein Büro-Windows-Rechner nicht ganz frisch und oft ziemlich langsam ist, nehme ich manchmal auch den Mac. Bislang habe ich aber nur die Info bekommen, daß mit rechter Maustaste beim Mac nichts geht. Vielleicht, weil Leute, die von Anfang an Mac benutzt haben und keine Umsteiger von Windows sind, damit kein Problem haben. Werde das am Mo gleich mal umstellen...

Wegen des Videoschneidens: Ich muß nochmal nachschauen, aber im Frühjahr habe ich mir für meinen alten Laptop (Vista) ein Freeware-Programm gesucht, mit dem ich DVD-Dateien mit zwei Tonspuren schneiden kann, ohne von Hand zu Demuxen und zu Muxen (dafür kenne ich mich nämlich nicht gut genug aus damit), weil ich die ganzen amüsanten "Landungen" der Sliders zusammenschneiden wollte. Die Präzision beim Schneiden ist zwar nicht perfekt, aber dafür funktioniert es mit den Tonspuren hervorragend. Und ich glaube, das läuft auch unter Linux. Müßte das aber erst ausprobieren.

Ansonsten habe ich eben festgestellt, daß meine Spezialprogramme unter Windows ab Vista auch fast nicht mehr laufen. Also bringt mir Windows kaum noch Vorteile. Dafür ist es schwerfällig und ein Speicherplatzfresser. Office, insbesondere Word, kann zwar noch Dinge besser als OpenOffice (die für mich wichtigen Tastenkombinationen für Sonderzeichen eben), aber momentan läuft das bei mir mit Wine auch unter Ubuntu ganz gut. Windows ist zur Zeit also mehr eine Absicherung für mich. Und zu Mac hab ich immer noch keinen Bezug. Ich sehe derzeit für mich auch keine Vorteile, die den deutlichen finanziellen Mehraufwand rechtfertigen würden.

Diese Computerecke und den Austausch hier finde ich übrigens sehr interessant!


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Re: Ubuntu 9.10 "Karmic Koala"

#8

Beitragvon Sponskonaut » Fr 22. Okt 2010, 16:48


hatuks hat geschrieben:Ah, danke für den Tip mit der rechten Maustaste beim Mac! :)

Klar, keine Ursache! Wie gesagt, ich weiß nicht, welches System ihr dort nutzt, aber es sollte einfach über "Systemeinstellungen --> Maus --> Sekundärklick (rechts)" einzustellen gehen. Jedenfalls war das so seit "Tiger", mit dem OS X habe ich auch angefangen.

ohne von Hand zu Demuxen und zu Muxen (dafür kenne ich mich nämlich nicht gut genug aus damit)

Ja, genau das wollte ich mir auch ersparen. Für ein paar TV-Aufnahmen ging mir die Arbeit dann doch zu weit. Früher hatte ich eine analoge TV-Karte (also Kabelanschluss) im Rechner und habe da meine Aufnahmen auch mit "TmpegEnc Editor" geschnitten. Deswegen kannte ich diese ganze "Muxerei" auch gar nicht. Ich musste mich erst damit befassen, als wir umgezogen sind und dort zwangsläufig auf DVB-T umstellen mussten.

Anfangs hatte ich mir (weil auch die analoge Karte davon war) einen DVB-T-Stick von Hauppauge gekauft. Das Ding war aber eine einzige Katastrophe! Der Empfang hatte ständig Aussetzer, und die Software war wirklich miserabel. Auf der Herstellerseite wurde zwar Schnitt-Software angeboten, allerdings nure eine Freeware, die die einfach verlinkt hatten - und bei der man auch muxen und demuxen musste. Ich habe dann lange rumprobiert und sogar beim Support angerufen, um zu fragen, ob es nicht auch irgendwie ohne geht. Davon abgesehen, dass der Typ ziemlich unfreundlich und kurz angebunden schien, hat der meine Anfrage gleich damit abgeschmettert, dass es ohne generell nicht möglich sei.

Dann habe ich rausgefunden, dass das Problem folgendes ist: DVB-T wird ja in mpeg2 ausgestrahlt, genauer gesagt in "mpeg2 Transport Stream" (TS). In diesem Stream sind noch allerlei Zusatzinfos wie EPG und dergleichen vorhanden, die man erstmal extrahieren muss, deswegen auch die ganze Muxerei. Das heißt, um sich diese Arbeit zu ersparen, braucht man die Aufnahme als reinen "Program Stream", in dem nur Bild und Tonspur enthalten sind. Das Problem ist halt auch, dass die meiste Schnitt-Software auch nur den mpeg2-Program Stream verarbeiten kann, u.a. auch mein geliebtes "TmpegEnc Editor".

Also habe ich mich auf die Suche nach einem Stick bzw. Software gemacht, die gleich den Program Stream ablegen kann - und bin dann auf Terratec gestoßen. Auch "eyeTV" von Elgato, von denen ich einen Stick für den Mac habe, kann das. Das heißt, da ist es so, dass die Aufnahmen als .eyeTV abgelegt werden, und man dann in alle möglichen Formate (auch .avi und dergleichen) exportieren kann - was nochmal umfangreicher ist.

Na ja, und dann spart man sich auch das Trennen und Wiederzusammenfügen von Bild- und Tonspur. :D Na ja, das nur mal nebenbei als kleine Info. Wer also richtig gute TV-Aufnahmen ohne viel Arbeit erstellen will, der sollte zusehen, dass er einen Stick mit der entsprechenden Software hat, die im Program Stream ablegen kann.

Ansonsten habe ich eben festgestellt, daß meine Spezialprogramme unter Windows ab Vista auch fast nicht mehr laufen. Also bringt mir Windows kaum noch Vorteile. Dafür ist es schwerfällig und ein Speicherplatzfresser. Office, insbesondere Word, kann zwar noch Dinge besser als OpenOffice (die für mich wichtigen Tastenkombinationen für Sonderzeichen eben), aber momentan läuft das bei mir mit Wine auch unter Ubuntu ganz gut. Windows ist zur Zeit also mehr eine Absicherung für mich. Und zu Mac hab ich immer noch keinen Bezug. Ich sehe derzeit für mich auch keine Vorteile, die den deutlichen finanziellen Mehraufwand rechtfertigen würden.

Also, unter Win7 habe ich sogar noch Software aus Windows2000-Zeiten am laufen! Vista habe ich nie benutzt, aber von "7" bin ich wirklich überzeugt, vor allem, was die Treiberunterstützung angeht. Da kann man fast alles über die automatischen Updates beziehen. Auch in Sachen Performance und Speicherhunger ist es wesentlich besser als Vista. Ich habe es sogar auf einigen älteren Maschinen installiert, und da läuft es auch einwandfrei, auch wenn teilweise (je nach Grafik-Chipsatz) die Aero-Oberfläche nicht unterstützt wird. Ach ja, Aero ist auch nicht nur eine optische Spielerei, wie manche gerne behaupten. Da sind auch einige tolle Funktionen enthalten, die man ohne nicht hat!

MS Office brauche ich auf jeden Fall noch für meine Schreiberei, da ich kompatibel zu anderen Usern sein muss, z.B. "Lektoren". Für meinen ersten Roman hatte ich mal kurzzeitig OpenOffice benutzt, das mir aber die Formatierung meines Manuskripts, das über 200 Seiten lang war, total zerschossen hat. Da hat am Ende nichts mehr gestimmt: andere Seitenanzahl, und die Seiten-Nummerierung war auch falsch. Von den Kommentaren, die mir meine Lektorin damals ins Dokument gesetzt hat, mal abgesehen. Und auch was Bewerbungen angeht, kann ich mit MS Office besser hantieren. Außerdem habe ich mit meiner Freundin auch eine MS-Office-Expertin neben mir, die ich jederzeit fragen kann, wenn irgendwas ist. :mrgreen:

Was die Macs angeht: Finanziell könnte ich mir momentan gar keinen Rechner leisten, schon gar nicht einen Mac. Aber was viele Leute verkennen, ist die Tatsache, dass ein Mac (wenn man mal betrachtet, was man dafür bekommt) nicht viel teurer ist als ein "normaler" Rechner mit gleicher Ausstattung. Die Hardware z.B.: Was bei anderen Herstellern schnödes Plastik ist, ist bei den Apple-Geräten massives Aluminium. Und was die Tastaturen angeht (ich schreibe ja viel), habe ich noch keine besseren gefunden. Und zu guter Letzt hat man noch ein ziemlich starkes Software-Paket dabei (iLife), mit dem man schon sehr viel machen kann. Ich habe z.B. meine Homepage mit iWeb erstellt, was sehr gut und flott von der Hand geht. EInen gleichwertigen WYSIWYG-Editoren, der auch ein ordentliches Ergebnis abliefert, das nicht nach Baukasten aussieht, habe ich unter Windows nicht gefunden - und da hab ich schon einige durch. Und für Linux gibt es lediglich NVU, das aber auch viel Vorarbeit erfordert. Ach ja, unter OS X gibt es auch noch "RapidWeaver", das iWeb sehr ähnlich ist.

Ich kann jedenfalls nicht behaupten, dass ich den Kauf der Macs bereut hätte, im Gegenteil. Das Arbeiten mit den Geräten macht ziemlichen Spaß, gerade dann, wenn man viel kreativ macht. Wer allerdings nur ein bisschen im Internet surft, Mails schreibt oder mal ein bisschen Office braucht, dem empfehle ich auch gerne mal Ubuntu, weil das auch schon alles mitbringt, was der "normale" User braucht. Ansonsten halt Windows, weil das die meisten Leute kennen. Überhaupt bin ich vorsichtig geworden, den Leuten alternative Systeme zu empfehlen, weil viele nicht willens sind, sich ein bisschen intensiver damit auseinanderzusetzen - und dann die Meckerei hinterher groß ist... :roll:

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Yep, ich auch! :wink: Ich entschuldige mich aber auch gleich mal im Voraus für mein endloses "Geschwafel"... :wink:


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Re: Ubuntu (Linux) - Der große Ubuntu-Thread

#9

Beitragvon Sponskonaut » Mi 5. Aug 2015, 02:16

Ich war mal so frei, den Thread-Titel anzupassen und daraus einen allgemeinen Ubuntu-Thread zu machen. [yeshappy]

Nachdem ich ja hier schon meine Bedenken bzgl. Windows 10 geäußert und mich dazu entschieden hatte, mir parallel mal openSUSE anzuschauen, bin ich nun doch wieder bei Ubuntu gelandet und habe mir auf meinem Lenovo Thinkpad T61 mal die aktuellste LTS-Version (Long Term Support) von Ubuntu, die 14.04.2, installiert.

Ich habe dann doch gemerkt, dass ich mit Ubuntu wesentlich besser klarkomme als mit openSUSE und schon ganz gut in das System "eingearbeitet" bin, weil es eben die Distribution ist, die ich schon am öftesten benutzt und quasi regelmäßig "beobachet" habe. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass schon ein gewisser Workflow vorhanden ist.

Da ich dann doch relativ viel mit meinem Rechner mache, dachte ich mir, dass es vielleicht ganz interessant wäre, wenn ich meine Ubuntu-Erfahrungen mal in diesem Thread mit euch teile. [yeshappy] Ob ich tatsächlich in absehbarer Zukunft komplett zu Ubuntu "switchen" werde, kann ich noch gar nicht genau sagen. Dafür mangelt es scheinbar noch zu sehr in Sachen Videobearbeitung unter Linux, zumal ich unter Windows mittlerweile so meine favorisierten Anwendungen dafür habe.

Ein interessantes Projekt ist dieser mögliche Umstieg auf jeden Fall, wobei ich auch nicht ausschließen will, dass es am Ende vielleicht darauf hinausläuft, dass ich mehrere Systeme parallel benutze; entweder im Dual-Boot oder auf verschiedenen Geräten. Zielsetzung ist jedenfalls, unter Ubuntu die Voraussetzungen für eine produktive Arbeitsumgebung zu schaffen, mit der ich meine persönlichen Anwendungsgebiete, so gut es geht, abdecken kann.

Nun denn, ich werde dann Schritt für Schritt von meinen persönlichen Erfahrungen berichten und mich wohl vor allem darauf konzentrieren, geeignete Programme für meine Anwendungsbereiche zu finden und auf Tauglichkeit zu testen.


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Re: 1. Installation und Inbetriebnahme

#10

Beitragvon Sponskonaut » Mi 5. Aug 2015, 12:57

1. Installation

Was die Installation angeht, sind die größeren Linux-Distributionen ja mittlerweile sehr unproblematisch. Ich kann mich da noch an Zeiten erinnern, in denen es immer mal wieder zu diversen Problemen kam. Aber in der Hinsicht muss man Canonical (in meinem Fall unter Ubuntu 14.04.2 LTS) attestieren, den Installationsvorgang sehr einfach und verständlich gestaltet zu haben.

Grundsätzlich muss ich sogar sagen, dass (nehmen wir als Beispiel mal die Partitionierung und Formatierung vor der Installation) Ubuntu, im Gegensatz zu Windows, sogar noch verständlicher darüber informiert, was bei dieser Installationsvorbereitung passiert. Jedenfalls muss man als User nicht vielmehr machen als zu lesen und sich durch den Vorgang durchzuklicken.

Sehr schön ist auch, dass man während der Installation gefragt wird, ob Updates direkt installiert werden sollen und ob man auch einen MP3-Codec haben möchte. Da bedarf es lediglich zwei Häkchen, um diese Sachen zu bestätigen. Dass insbesondere Letzteres nicht von Haus aus ins System implementiert ist, hat wahrscheinlich lizenzrechtliche Hintergründe. Dass man aber eine für den "Hausgebrauch" oft benötigte Komponente direkt beim Installationsvorgang anbietet, dürfte für den "Normalanwender" sicherlich hilfreich sein.

Zwar wurden mir nach der Installation auch direkt noch mehr System-Updates angeboten, aber grundsätzlich lässt sich sagen, dass man eine Linux-Distribution - ich rede jetzt mal von den gängigen und etablierten - wesentlich schneller auf dem Rechner hat, als ein Windows, das dem Nutzer erstmal hunderte von Updates "aufbrummt". Ein bisschen komfortabler geht es sicherlich, wenn man sich immer die aktuellsten Update-Packs von winfuture.de bereithält. Trotzdem dauert es aber unter Windows erheblich länger, ein System zu installieren, das man "Out-of-the-Box" benutzen kann.

Dass man unter Ubuntu noch eine Fülle an nützlicher Software vorinstalliert hat - am prägnantesten ist da wohl das Office-Paket LibreOffice -, ist auch etwas, das man nicht verachten sollte und das man sich als Windows-User erst noch besorgen muss.

---

2. Inbetriebnahme

Nach der Installation bekommt man einen aufgeräumten Desktop präsentiert, der letztlich doch stark an Apples OS X erinnert. Ob ich mich mit der GUI direkt anfreunden konnte, weil ich lange OS X in Verwendung hatte, oder ob ich mit OS X auf Anhieb so gut klarkam, weil ich schon vorab immer mal ein Ubuntu getestet hatte, lässt sich im Nachhinein nur schwer sagen. Jedenfalls wirkt die Nutzeroberfläche sehr schlicht, was ich erstmal als Vorteil ansehe.

Über die "Schnellstartleiste" - äquivalent sind dazu sind die "Superbar" unter Windows oder das "Dock" in OS X - gelangt man dann auch direkt in die Systemeinstellungen. Auch hier würde ich sagen, dass diese Übersicht (gefühlt) einen Tick aufgeräumter gehalten ist, als es in der Systemsteuerung unter Windows 7, 8 oder 8.1 der Fall ist.

Zum Vergleich:
Ubuntu_Systemeinstellungen.png
Win8-Systemsteuerung.png
Wie gesagt, meinem subjektiven Empfinden nach, finde ich die Ubuntu-Variante (ähnlich ist es ja auch unter OS X gehalten) einen Tick aufgeräumter, was vermutlich daran liegt, dass Microsoft diverse Einstellungen direkt als "Text-Link" dazugepackt hat. Versetze ich mich in dieser Hinsicht mal in den "Normal-User", könnte ich mir vorstellen, dass er sich dadurch eher erschlagen und verunsichert fühlt, als es vermutlich unter Ubuntu oder OS X der Fall ist.

---

3. Software

Was die Installation von Programmen angeht, kann ich (zumindest unter Ubuntu) schon lange nicht mehr so wirklich den Vorwurf gelten lassen, dass es (für den Normalanwender) ein großes Problem wäre, selbständig etwas zu installieren, weil es ja keine .exe gäbe. [nono]

Lädt man sich bspw. irgendwo ein .deb (Debian-Paket) herunter und installiert dieses, werden durch die Paketverwaltung schon alle möglichen "Abhängigkeiten" aufgelöst, die unter den älteren Linux-Distributionen immer mal zu Problemen führen konnten, sodass man damals oft per Kommandozeile selbst Hand anlegen musste. Wie gesagt, hat man heute ein .deb, gestaltet sich die Installation nicht schwieriger als mit einer ausführbaren Datei unter Windows.

Spätestens aber mit dem Ubuntu-Software-Center, das im Prinzip das Pendant zu Apples App-Store auf dem Mac ist, bewerkstelligt man Installationen mit einem Klick und ggf. noch mit der Abfrage des eigenen Passwortes. Und das Center bietet wirklich eine reichliche Auswahl an sinnvollen und brauchbaren Anwendungen.

Hier ist eine Auflistung meiner bisherigen Applikationen, die schon mal den Anfang dafür darstellen, wie ich peu à peu nach Linux-Pendants zu den Programmen suche, die ich unter Windows regelmäßig in Benutzung habe. Links also erstmal die Windows-Applikation, rechts die Anwendung, die dieses Programm unter Ubuntu ersetzen soll:

Firefox --> Firefox (schon vorinstalliert) [Browser]
Thunderbird --> Thunderbird (schon vorinstalliert) [E-Mail-Client]
LibreOffice --> LibreOffice (schon vorinstalliert) [Office-Paket]
Adobe Reader --> Dokumentenbetrachter (schon vorinstalliert) [Anzeige von PDF-Dateien]
VLC Media Player --> VLC Media Player (installiert über Software-Center) [Player, bei mir nur für Videos]
HandBrake --> HandBrake (installiert über Software-Center) [Konvertierungs-Software für Video-Dateien]
Nero Burning ROM --> Brasero (schon vorinstalliert) [Brennprogramm]
TagScanner --> Kid3 (installiert über Software-Center) [zum Taggen von MP3s]
iTunes --> Rhythmbox (schon vorinstalliert) [Musikplayer / Musikverwaltung]
Win-Rar / 7-Zip --> 7-Zip (installiert über Software-Center) [zum Packen & Entpacken von Archiven]
Partition Wizard --> gParted (installiert über Software-Center) [zum Partitionieren von Festplatten]

Das sind erstmal die Anwendungen, die ich so "standardmäßig" brauche und die auch regelmäßig verwendet werden. Ob und inwieweit sie meinen Anwendungsbereich abdecken können, wird sich dann bei der längeren Nutzung zeigen, wobei sich die größeren Probleme wohl erst dann einstellen werden, wenn es an spezifischere Bereiche geht, bspw. DVB-S und Videoschnitt. Der reine Office- und Internet-Betrieb und die Systemverwaltung sind aber grundsätzlich schon mal abgedeckt.

---

3. Kleinere Probleme

Dass es bei solch einer "System-Umstellung" auch mal zu Problemen kommen kann, versteht sich natürlich von selbst. Auf meinem Lenovo Thinkpad T61, das hier als Testgerät herhalten muss, ergaben sich zwei Probleme, die sich aber relativ schnell lösen ließen.

Zum einen hatte ich das Phänomen, dass mir Unity (die standardmäßige Benutzeroberfläche unter Ubuntu) ein paar grafische Probleme bereitete. Wenn ich bspw. auf den Schnellstart-Button (Pendant zum Start-Button unter Windows) kilckte, zeigte mir das Menü gar nichts an, und/oder andere Elemente der GUI, bspw. rechts oben in der Befehlsleiste die Anzeige des W-Lan-Signals, wurden "zerschossen". Im schlimmsten Fall hing das System komplett oder reagierte erst nach wenigen Minuten wieder auf meine Eingaben.

Da hier offensichtlich ein grafisches Treiberproblem vorlag, habe ich unter "Systemeinstellungen --> System --> Anwendungen & Aktualisierungen -- zusätzliche Treiber" einfach mal die Treibersuche angestoßen, die mir alle möglichen Grafikkartentreiber aufgelistet hat, aus denen ich dann den proprietären NVIDIA-Treiber statt des voreingestellten NOUVEAU ausgewählt habe. Damit hatte sich dann auch das Grafikproblem gelöst.
Treibersuche.png
Ein weiteres Problem bekam ich von Beginn an beim Einschalten des Notebooks präsentiert. Dort wurde mir dann folgende Fehlermeldung angezeigt: "tpm_tis: A TPM error (6) occurred attempting to read a pcr value".

Nach kurzer Recherche fand ich dann heraus, dass dies ein gerätespezifisches Problem sein musste. Das BIOS des Lenovo-Thinkpad hat einen eingebetteten Sicherheits-Chip, der mit Ubuntu nicht so wirklich harmoniert. Nach der Deaktivierung dieser Funktion ist dann auch diese Fehlermeldung verschwunden.

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4. Erstes Zwischenfazit

Grundsätzlich habe ich mich erstmal wieder ganz gut ins System eingefunden, und man kann (im Gegensatz zu früher) schon sagen, dass Ubuntu wesentlich anwenderfreundlicher und leichter bedienbar geworden ist. Dank weiterentwickelter Paketverwaltung und letztlich auch durch den "App Store", sind Programm-Installationen kein Problem mehr, zumal Letzterer eine Fülle an brauchbaren Applikationen bereithält.

Die Probleme, die sich mir gestellt haben, waren schnell behoben und sind schlicht und ergreifend darauf zurückzuführen, dass dieses freie System nicht vorinstalliert kommt und deswegen nicht alle "Hardware-Eventualitäten" absehen kann. Bis auf die Sache mit dem Grafiktreiber, gab es bei mir aber keinerlei Probleme mit der Hardware, was grundsätzlich auch für alle Geräte gilt, auf denen ich die letzten Ubuntu-Versionen in der jüngsten Vergangenheit getestet habe. Im Prinzip wurde und wird da alles ohne Probleme erkannt, allem voran der W-Lan-Chip.

Ich will jetzt nicht auf Teufel komm raus Lanze für Ubuntu oder Linux generell brechen, aber ich stelle jetzt einfach mal die These in den Raum, dass das System grundsätzlich schon soweit ist, dass die eventuelle Problembehebung für den DAU (ist nicht böse oder abwertend gemeint) mit ein bisschen Geduld und Recherche genauso schnell über die Bühne zu bringen ist wie unter Windows.

Ich denke, dass Windows von vielen als soviel "unproblematischer" angesehen wird, liegt schlicht an der Tatsache, dass es in der Regel vorinstalliert zum User kommt und sich somit schon mal keine grundsätzlichen Treiber-Fragen stellen. Würde der "Normal-User" aber mit einer Neuinstallation seines Windows konfrontiert werden, würde er genauso ratlos vor der Kiste sitzen wie unter Ubuntu. Jedenfalls kann ich aus eigener Erfahrung sagen - wenn ich mir meine Kunden so anschaue -, dass es bei den meisten Nutzern eher an einer grundsätzlichen Angst hapert, irgendwas kaputtmachen zu können. Oder es sind schlichtweg nicht genug Wille und Geduld vorhanden, sich mit der Materie auseinanderzusetzen.

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Ich werde jetzt weiter versuchen, Ubuntu mehr und mehr in die Richtung meines persönlichen Produktivsystems zu "pushen" - und werde Euch natürlich auf dem Laufenden halten! [zwinker]
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Virtuelle Maschinen & Datenmigration

#11

Beitragvon Sponskonaut » Fr 7. Aug 2015, 19:46

Mein kleines Linux-Projekt schreitet weiter voran, aktuell bin ich damit beschäftigt, weiter nach Software zu suchen, die meine Anwendungsgebiete abdecken kann.

5. Die Suche nach Software

Großartig testen konnte ich die oben genannten Programme zwar noch nicht, habe mich aber jetzt mal damit befasst, wie ich unter Umständen meine Windows-Anwendungen weiter benutzen könnte. Wine ist ja ein beliebtes Mittel, um Programme, die es nur die Windows-Plattform gibt, unter Linux lauffähig zu machen. Da das aber oftmals nur bedingt erfolgreich und gerade bei komplexeren Programmen (wie eben Videoschnitt-Software und dergleichen) eher mäßig von Erfolg gekrönt ist, habe ich mich für die Variante mit virtueller Maschine entschieden - also das Ausführen eines "Gastsystems" im eigentlichen Betriebssystem.

6. Installation und Inbetriebnahme von VirtualBox

Während man unter Windows gerne auf WMware und unter OS X auf Parallels zurückgreift, führt auf Linux-Plattformen kaum ein Weg an VirtualBox aus dem Hause ORACLE vorbei.

Installiert habe ich das Programm ebenfalls über das in Ubuntu integrierte Software-Center, was problemlos funktioniert hat. VirtualBox ist kostenlos zu haben.

Beachten sollte man bei diesen Virtualisierungslösungen, dass man ggf. die entsprechende Virtualisierungsfunktion im BIOS oder UEFI seines Mainboards noch aktivieren muss! Selbiges habe ich bei meinem betagten LENOVO Thinkpad T61 getan und mir Windows 7 in die virtuelle Maschine installiert. Allerdings war es nur möglich, die 32-bit-Variante zu installieren - weshalb, habe ich bisher nicht rausfinden können. Ist aber auch nicht weiter wild.

Grundsätzlich funktioniert das auch ganz ordentlich, und ich konnte so die Software, die ich unter Windows nutze, teilweise schon installieren. Tatsächlich getestet habe ich diese Programme zwar noch nicht, funktionieren sollte es aber, da das Ganze ja prinzipiell auf einem vollwertigen Windows läuft.

Unter Parallels, das ich damals auf dem Mac benutzt habe, haben diese Anwendungen aber problemlos funktioniert, sodass ich vermute, dass es mit VirtualBox nicht anders sein wird.

Was mir damals unter Parallels sehr gut gefallen hat, war der "Coherence-Mode". Bei dieser Darstellungsform war es möglich, sich die in der virtuellen Maschine installierten Programme ins Dock (unter WIndows ist das die Superbar) zu legen, sodass es wirkte, als ob man diese Applikationen nativ im Host-System ausführen würde. Bei VirtualBox gibt es diese Funktion zwar nicht, dafür aber den "Seamless-Mode", der eine ähnliche Integration ins eigentliche System bewirkt.

Allerdings bekommt man bei dieser Anzeige noch die Startleiste des installierten Windows angezeigt, was aber im Endeffekt auch nur eine "kosmetische" Sache ist, die mir nicht allzu viel ausmacht. Ich habe mir einfach die Windows-Startleiste neben die Ubuntu-Schnellstartleiste gelegt, habe also am linken Bildschirmrand diese beiden Leisten nebeneinander. Für mich geht das von der Bedienung her so in Ordnung.

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6. Datenmigration

Möchte man von einer Plattform auf eine andere umsteigen, stellt sich natürlich auch noch die Frage der Datenmigration. Da ich aber glücklicherweise schon vor meinem kleinen Linux-Projekt von Outlook auf Thunderbird umgestiegen bin, war die Migration des Mail-Clients schon mal kein Thema mehr, zumal ich auch keine wichtigen Mails hatte, die ich hätte sichern müssen.

Das Thunderbird-Profil, das man unter Windows nutzt, lässt sich auch problemlos auf die Thunderbird-Version unter Linux migrieren.

Dafür muss man erstmal sein Profil unter Windows sichern, indem man zunächst mal im Windows-Explorer sicherstellt, dass auch versteckte Ordner und Dateien angezeigt werden. Dann navigiert man zu seinem Thunderbird-Profil, sichert den Inhalt des Profilordners bspw. auf einem USB-Stick und kopiert diese Daten dann in den TB-Profilordner, der unter Ubuntu angelegt wurde. Hat man das getan, öffnet man das Programm und muss hier ggf. noch die Passwörter der eingerichteten Mail-Accounts eingeben.

Bei mir hat das Ganze problemlos geklappt, Mails, Einstellungen und Adressbuch wurden 1:1 übernommen. Einzig das Kalender-Add-On "Lightning", das mittlerweile in Thunderbird integriert ist, konnte nicht übernommen werden, da die Windows-Version wohl noch zu neu ist. Während Lightning in der Windows-Variante schon bei Versionsnummer 4.0.1.2 angelangt ist, steht die Ubuntu-Version noch bei 3.3.3. Die Eweiterung ließ sich aber in Thunderbird über das Add-On-Menü leicht und schnell nachinstallieren.

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7. Zweites Zwischenfazit

Bisher macht die Nutzung von Ubuntu Spaß und bereitet keine Probleme. Da die Verwendung der virtuellen Maschine ein paar Ressourcen mehr in Anspruch nimmt, habe ich den Arbeitsspeicher des Notebooks von 2GB auf 4GB aufgestockt - glücklicherweise hatte ich solch einen alten Ram-Riegel noch in der Schublade liegen. [zwinker] Damit laufen das System (und natürlich auch die virtuelle Maschine) um einiges flüssiger.

Als nächstes werde ich jetzt mal vermehrt versuchen, die ganzen Software-Pendants, die ich mir unter Ubuntu installiert habe, auf Tauglichkeit zu testen. Der nächste Schritt wird dann wohl sein, Ubuntu auf einem anderen Gerät zu installieren, das eigentlich nur mein Hauptrechner sein kann, der mit einer DVB-S-Karte bestückt ist. [hmm]


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Re: Ubuntu (Linux) - Der große Ubuntu-Thread

#12

Beitragvon Sponskonaut » Mi 19. Aug 2015, 23:36

Mal ein neues Zwischenfazit zum Thema Ubuntu: Ich habe Ubuntu 14.04.2 LTS (als Dualboot) nun auch auf meinem Zweitechner installiert, auf dem schon Windows 7 läuft und auf dem sich meine ganzen Festplatten-Testprogramme befinden, die ich benutze, wenn ich HDDs von Kunden teste oder Datensicherungen mache. Das hat jetzt den Vorteil, dass ich u.U. auch mal ein Linux booten kann, wenn eine Platte unter Windows gar nicht mehr lesbar ist.

Was meine Wechselabsichten angeht, hatte ich eigentlich nun geplant, den besagten Rechner nur für meine Multimedia-Anwendungen (DVB-S, Schnittprogramme, iTunes) zu nehmen, dort alle Platten einzubauen, auf denen sich meine Film- und Seriensammlungen, damit das AppleTV darauf zugreifen kann, und auf meinem Hauptsystem nur noch noch Ubuntu zu haben.

Allerdings ist es auch ganz praktisch, alle Anwendungsbereiche, die man so hat, mit einem System adecken zu können, auch wenn die Idee, privaten Multimedia-Kram und mein Arbeitszeug physisch voneinander zu trennen, was für sich hat. [hmm] Na ja, wenn überhaupt, dann hatte ich sowieso nicht vor, diesen "Switch" übers Knie zu brechen, sondern Schritt für Schritt zu gehen.

Dann noch was, das nur am Rande mit dem Thema zu tun hat: Geärgert habe ich mich über einen User im Ubuntu-Forum - ich hatte jüngst mein verwaistes Profil mal wieder aktiviert -, der (zumindest im Ansatz) genau das elitäre Gehabe an den Tag gelegt hat, das ich unter den technikaffinen Usern so verabscheue. Seine Aussage war jedenfalls, dass ich wahrscheinlich ohnehin bei Windows bleiben würde, auch über den Mainstream-Support-Zeitraum von Windows 8.1 bis 2023 hinaus. [rollendeaugen]

Nun ja, genau dieses Verhalten habe ich schon bei so manchem Apple-User immer gehasst, was mir im aktuellen Fall die Lust auf einen Linux-Umstieg schon wieder ziemlich vermiest. Ich denke, da ich sowieso noch genug Zeit habe, das Thema anzugehen, werde ich erstmal abwarten, wie sich die Lage um Microsoft und Windows 10 noch entwickelt. Zumal ich eh noch weiter ausloten muss, wie ich dieses oder jenes unter Ubuntu noch umsetzen kann.


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