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Nachhaltigkeit, Produktqualität & geplante Obsoleszenz

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Nachhaltigkeit, Produktqualität & geplante Obsoleszenz

#1

Beitragvon Sponskonaut » Do 2. Jun 2016, 11:09

Ich packe das Thema mal hier rein, weil ich finde, dass man sich durchaus damit beschäftigen sollte: Es geht um Produktqualität, die mittlerweile allseits bekannte "geplante Obsoleszenz" und den Umgang damit. Wer sich mit der Thematik ein bisschen befassen möchte, dem sei auch die Initiative Murks? Nein, danke! ans Herz gelegt.

Passend zum Thema noch die ARTE-Doku "Kaufen für die Müllhalde":

https://www.youtube.com/watch?v=zVFZ4Ocz4VA

Dann noch eine weitere Reportage zum Thema:

https://www.youtube.com/watch?v=xwYpL0HZwrE

---

Vielleicht ist es gar keine so schlechte Idee, wenn wir in diesem Thread mal unsere persönlichen Erfahrungen und Ansichten niederschreiben, oder? [zwinker]

Da ich selbst gelernter Elektrotechniker bin und auch anderweitig gerne mal bastle, bin ich ohnehin jemand, der lieber erstmal versucht, einen technischen Defekt zu reparieren, statt sofort lozumarschieren und sich etwas Neues zu kaufen. Ob es sich nun um Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte oder andere Dinge handelt. Zum einen sehe ich es eben einfach nicht ein, wegen eines kleinen Schadens mehr Geld auszugeben als nötig. Und zum anderen ist es auch meist so, dass mir die Bedienung bestimmter Geräte schon so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass ich es ungerne ändern möchte, und ich außerdem oftmals sowohl Funktionsumfang als auch Bedienbarkeit als für mich optimal empfinde. Neukäufe (unter dem Aspekt des Preis-Leistungs-Verhältnis) gehen bei mir oft mit Kompromissen in dieser Hinsicht einher, was ich immer gerne vermeide.

Mittlerweile kaufe ich sogar gezielt gebrauchte Geräte und ältere Modelle, von denen bekannt ist, dass sie noch problemlos reparierbar sind. Beispielsweise halte ich überhaupt nichts von Ultrabooks und dergleichen, die man guten Gewissens wegwerfen kann, sobald nur eine Komponente das Zeitliche segnet. Genau aus diesem Grund nutze ich auch lieber PC-Tower, bei denen sich noch alle Komponenten mit Leichtigkeit tauschen und erweitern lassen. Davon mal abgesehen, dass ich dabei auch die Möglichkeit habe, mir die Bauteile selbst aussuchen und überhaupt das Gerät noch individueller gestalten zu können.

Ein ebenfalls wichtiger Aspekt ist die Nachhaltigkeit. Ich meine, ist es wirklich wichtiger, alle zwei Jahre ein neues Smartphone in der Hand zu halten, als einen Planeten zu haben, den man guten Gewissens der Nachwelt hinterlassen kann? Ich kann diese Gier nach neuen Modellen, die dann in der Regel auch nicht mehr können als der Vorgänger, einfach nicht nachvollziehen. [nono] Zumal es dann auch noch oft so ist, dass die Nutzer neue Funktion gar nicht nutzen, weil ihr Anwendungsbereich ohnehin total beschränkt ist.

In diesem Sinne würde ich mich freuen, wenn hier mal ein paar Gedanken und Meinungen zum dem Thema zusammengetragen werden! [zwinker]


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Re: Nachhaltigkeit, Produktqualität & geplante Obsoleszenz

#2

Beitragvon Alexslider » Do 2. Jun 2016, 18:25

Da hatten wir erst diese Woche eine Situation wo wir überlegt haben ob wir uns eine Waschmaschine mit integrierten Trockner zulegen sollen. Denn unsere alte Waschmaschine (ohne Trockner, da wir einen separaten haben) hat nach vielen Jahren das zeitliche gesegnet und war nicht mehr reperabel. Das Wasser floss schon vorher immer mal irgendwo raus. Diese Woche war nun eben das Finale. Aber zurück zur Trockner-Sache. Da haben wir uns auch gefragt, was ist wenn das Kombi-Gerät kaputt geht? Am Ende muss man sich doch zwei Geräte anschaffen.

Aber ansonsten sind wir leider in einer Gesellschaft wo mehr weggeworfen wird, als Dinge zu reparieren. Und wenn man reparieren lässt, sind die Kosten oft leider höher als eine Neuanschaffung. Da hatte wir vielen Jahren eine Situation wo ein neuer Fernseher (Flat) viel billiger war als eine Reparatur (Röhren-TV) weil schlicht die Ersatzteile rar waren.

Was die Smartphones angeht. Ja das ist richtig. Vorallem die Jugend will mit dem neusten Model "angeben" und da muss es eben das aktuellste Flagschiff sein.


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Re: Nachhaltigkeit, Produktqualität & geplante Obsoleszenz

#3

Beitragvon Sponskonaut » Fr 3. Jun 2016, 00:57


Alexslider hat geschrieben:Da hatten wir erst diese Woche eine Situation wo wir überlegt haben ob wir uns eine Waschmaschine mit integrierten Trockner zulegen sollen. (...) Da haben wir uns auch gefragt, was ist wenn das Kombi-Gerät kaputt geht?

Ja, das ist auch genau der Grund, weshalb ich überhaupt nicht mehr scharf auf solche "All-in-One-Geräte" bin. Mitunter deswegen habe ich mich dann letztlich doch von meinem damaligen iMac getrennt, auch wenn ich lange und gerne damit gearbeitet habe. Aber am Ende ist es mir dann doch lieber, wenn ich nicht das ganze Gerätwegwerfen muss, nur weil vielleicht der Bildschirm nicht mehr geht.

Da hatte wir vielen Jahren eine Situation wo ein neuer Fernseher (Flat) viel billiger war als eine Reparatur (Röhren-TV) weil schlicht die Ersatzteile rar waren.

Da kann ich den Neukauf ja noch absolut nachvollziehen. Mit dem neuen Gerät seid ich wahrscheinlich noch stromsparender unterwegs als mit der alten Röhre, oder? Macht ja dann auch logischerweise keinen Sinn mehr, in alte Technik zu investieren, wenn sich schon neue Technologien mehr als etabliert haben. Das Problem ist halt eher - und das kommt in beiden Dokus zur Sprache -, dass die entsprechenden Unternehmen nur noch auf Wachstum aus sind, was eben so ein "netter" Nebeneffekt des Kapitalismus ist... [hmm]

Aktuell hoffe ich ja, dass es unser Samsung-Flatscreen noch ein paar Jahre macht. Das Gerät ist jetzt gute 6 Jahre alt, hat aber alles, was ich so brauche. Vor allem vier HDMI-Anschlüsse, die auch alle belegt sind. Damals (zur WM 2010) hat das Teil knapp 800€ gekostet, weswegen ich einfach erwarte, dass es mal rund 10 Jahre lebt. [zwinker] Ich lasse mich mal überraschen...


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Re: Nachhaltigkeit, Produktqualität & geplante Obsoleszenz

#4

Beitragvon Sponskonaut » So 26. Jun 2016, 01:27


Alexslider hat geschrieben:Da hatte wir vielen Jahren eine Situation wo ein neuer Fernseher (Flat) viel billiger war als eine Reparatur (Röhren-TV) weil schlicht die Ersatzteile rar waren.

Um diesen Punkt noch mal aufzugreifen: Genau das ist ja auch heutzutage das Problem. Wachstum verlangt eben nach Weiterentwicklung und "Innovation", damit man dem Konsumenten bei einem Neukauf Anreize und einen "Mehrwert" bieten kann. Das hat aber zum einen die Folge, dass Geräte heute oft so konzipiert werden, dass sie eigentlich nicht mehr reparabel sind, und zum anderen werden ältere Modelle aufgrund dessen auch nicht mehr großartig weitergepflegt. Die Konzerne produzieren ohnehin auf Masse und kalkulieren gleich so, dass man entweder direkt ein komplettes Austauschgerät bekommt oder eben auf ein neueres Nachfolgemodell setzen muss.

Ich vermisse wirklich die Zeiten, als es sich noch gelohnt hat, sich "gleich was Besseres" zu holen, weil es damals qualitativ noch Unterschiede gegeben hat und man sich mehr oder weniger auf diverse Hersteller und deren Support verlassen konnte. Heute ist das doch relativ egal geworden, weil man in der Regel sowieso gleich in den nächsten Markt tappen kann, wenn mal etwas den Geist aufgibt...


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Re: Nachhaltigkeit, Produktqualität & geplante Obsoleszenz

#5

Beitragvon Sponskonaut » Di 27. Sep 2016, 02:47

Aktuell beschäftigt mich das Thema "geplante Obsoleszenz" mal wieder. [hmm]

Durch die Firma meiner Frau hatte ich ein paar alte iPhone 4 und 4S zum Durchgucken bekommen, wobei einige dabei waren, die durchaus noch funktioniert haben und bei denen sogar die Akkus noch weitgehend ihren Dienst getan haben - die aber ausgemustert werden, weil sie softwareseitig keinen Support mehr von Apple bekommen, damit in Firmenumgebungen nicht mehr empfehlenswert sind und es manche Apps einfach nicht mehr gibt. Nun ja, die meisten Mitarbeiter haben sich nun schon das iPhone 7 bestellen lassen...

Ich habe dann mal spaßeshalber mein eigenes altes iPhone 4 aus dem Schrank geholt, das mein erstes Smartphone war, und mich mal damit befasst. Das größte Problem war, dass der Home-Button nur noch sporadisch funktioniert hat. Da ich mir vor einiger Zeit mal Kontaktspray gekauft hatte, habe ich den einfach mal unter den Knopf laufen lassen und ein bisschen darauf herumgedrückt. Mit dem Ergebnis, dass der Home-Botton wieder anstandlos geht und bisher keinen Aussetzer mehr hatte. [daumen]

Die letzte iOS-Version, die es für dieses Gerät gab, war iOS 7.1.2, das auch installiert ist. Allerdings läuft das iPhone damit wahrlich nicht mehr so flott wie mit iOS 5 oder 6. Dazu kommt noch, dass diverse Apps nicht mehr dafür verfügbar sind. Jedenfalls habe ich mir dann mal den Spaß erlaubt, das Gerät so vorzubereiten, wie ich es selbst momentan nutzen würde.

Zwei Apps gibt es für iOS 7.1.2 nicht mehr, die ich aktuell unter Android nutze: Das Here WeGo Navi und die Youtube-App von Google. Ersteres habe ich durch Scout ersetzt, das auch Offline-Navigation beherrscht, und Tubex habe ich als Youtube-Ersatz installiert, das genauso Videos von Googles Video-Plattform abspielen kann. Bei allen anderen Apps (bspw. WhatsApp, Facebook, Kicker, Amazon, TV-Spielfilm) bekommt man zwar die Meldung, dass die aktuellste Version nicht mehr verfügbar ist, man aber eine ältere installieren kann - was ich dann auch getan habe. Stellt sich nur die Frage, wie lange diese älteren Versionen im App-Store noch verfügbar bleiben. Im Zweifelsfall sollte man einfach per iTunes ein Backup vom gesamten Gerät machen.

Was ich damit sagen will, ist, dass man diese "alten" Geräte durchaus noch weiternutzen könnte, was auch noch besser ginge, wenn der Hersteller sie nicht per System-Update langsamer machen würde als nötig. [nope] Aber gut, so kann man den Konsumenten natürlich auch dazu animieren, sich etwas Neues zu kaufen... [nono] Na ja, und in vielen Firmen landen diese Geräte letztlich auf dem Elektromüll, was dann noch mal ein anderes Thema ist, das hier im Thread ja schon angesprochen wurde.

Ich vermute einfach mal, dass die Elektronikhersteller sich die Hände gerieben haben, als sie diese Goldgrube für sich entdeckt haben. Nachdem man feststellen musste, dass auf dem PC-Markt nicht mehr viel zu holen ist, weil die meisten Leute ihre Nutzungsgewohnheiten am hemischen Rechner kaum verändert haben und ihnen das Notebook, das sie sich vor Jahren gekauft haben, auch heute noch mehr als ausreicht, hat man mit Smartphones und Tablets Geräteklassen geschaffen, auf die man als Hersteller viel besser den Daumen draufhalten kann. Reparaturen lohnen sich ohnehin nicht, und da diese mobilen Devices softwareseitig auch so "verschlossen" sind, dass man selbst so gut wie gar nichts daran machen kann, können die Hersteller die Obsolszenz auf diesem Weg wunderbar "steuern"... [nope] Und ob es nun subventioniert über eine Vertragsverlängerung oder per Direktkauf gemacht wird: Die Leute sind auch bereit, hunderte von Euro für neue Geräte-Generationen auszugeben.

Ich finde diese Entwicklung einfach nur traurig und würde mir wünschen, dass die Konsumenten nicht jedesmal auf diese Masche "reinfallen", sondern die Hersteller auch mal abstrafen würden; sowohl für den eigenen Geldbeutel als auch für die Umwelt und die Generationen, die nach uns kommen.

Nun ja, ich werde mein iPhone 4 (mit einer Multi-SIM, die ich ohnehin noch rumfliegen habe) als Zweitgerät bzw. Dienstgerät benutzen und um hin und wieder ein Video aufs AppleTV zu streamen, nachdem meine Schwiegermutter mein iPad 2 übernommen hat. [yeshappy]


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