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Wie hat der technische Fortschritt Euer Konsumverhalten verändert?

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Wie hat der technische Fortschritt Euer Konsumverhalten verändert?

#1

Beitragvon Sponskonaut » Di 3. Mär 2015, 13:43

Ich weiß nicht genau, ob wir das Thema an anderer Stelle schon mal angeschnitten haben, aber mich würde mal interessieren, wie der technische Fortschritt Euer Konsumverhalten beeinflusst hat - und das in zweierlei Hinsicht. Wahrscheinlich werden es die jüngeren User unter uns gar nicht anders kennen, weswegen meine Fragen primär an die "ältere Generation" gerichtet ist.

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Der erste Punkt wäre der Konsum von Waren. Inwieweit haben PCs und Internetzugang Euer Einnkaufsverhalten verändert?

Ich persönlich muss sagen, dass ich mittlerweile fast alles übers Netz bestelle. Ausgenommen sind da allerdings Lebensmittel, wobei ich das eine oder andere tatsächlich auch schon über das Internet bestellt habe. Wobei das bisher auch nur konservierte Waren gewesen sind. In der Regel gehen wir aber unsere (Groß)-Einkäufe in den üblichen verdächtigen Supermärkten machen.

Bei Elektronik setze ich fast nur noch aufs Netz, weil man da einfach vielmehr Möglichkeiten hat, Preise zu vergleichen und zu recherchieren. Bei der Gelegenheit kann man auch bequem vom Rechner aus Erfahrungsberichte lesen und am Ende eine Bestellung auslösen. Das habe ich "damals" schon recht früh so gehandhabt, als ich noch Musik gemacht habe. Da hab ich dann sogar Instrumente übers Netz bestellt, statt in den nächsten Laden zu gehen und Gitarren dort auszuprobieren. Das habe ich ganz am Anfang mal so gemacht, bin dann aber recht schnell davon abgekommen, weil auch die Auswahl online wesentlich besser war.

Sollte ich doch mal zum Elektromarkt gehen, dann ist das entweder wegen diverser Angebote, oder weil ich ein Gerät erstmal in Natura sehen und anfassen möchte. Wobei aber auch hier zum Tragen kommt, dass diese Läden oft nicht das führen, was man (gezielt) sucht.

Ich kann mich aber noch gut daran erinnern, wie ich (als ich als Erster in meinem Freundeskreis mit DVDs angefangen habe) bestimmt drei- viermal die Woche zu ProMarkt & Co. gegangen bin, um regelmäßig die Silberscheiben einzukaufen. [zwinker] Zu der Zeit habe ich wirklich noch ausschließlich auf physische Datenträger gesetzt und konnte mir das kaum anders vorstellen.

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Der nächste Punkt wäre der "Konsum" von Medien, also Filmen Musik etc.pp. Setzt Ihr dabei noch auf die "klassischen" Bezugswege oder bemüht Ihr auch in der Hinsicht das Internet?

Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern, wie ich damals mit dem Musikhören angefangen habe... Ganz zu Anfang (in den 80ern) haben mein Bruder und ich oft Musik aus dem Radio mitgeschnitten. Da haben wir dann den Lautsprecher vom Transistor-Radio ganz nah am Mikro des Cassetten-Recorders platziert, um die aktuellsten Songs aus den Charts auf Band zu bannen. Das hat immer so lange gut funktioniert, bis Papa oder Mama reinplatzten und uns zum Essen gerufen haben... [lachen2]

Zeitgleich haben wir auch den alten Plattenspieler meines Vaters übernommen und haben uns regelmäßig von unserem Taschengeld Schallplatten gekauft. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich damals sehnsüchtig auf "Music for the Masses" von Depeche Mode gewartet habe, nachdem sie in der BRAVON angekündigt worden war. [zwinker] Zu dieser Zeit war mit "Leaks" noch nichts... Da hat man ganz brav auf die reguläre Veröffentlichung gewartet. [zwinker]

Na ja, und mit CDs verhielt es sich bei mir damals genauso wie mit DVDs: Da bi nich regelmäßig in die Plattenläden meines Vertrauens gegangen und habe stundenlang gestöbert und gesucht.

Was mir aber heute immer wieder auffällt, ist, dass man früher viel konzentrierter Musik gehört hat. In Zeiten von MP3s hört man ja fast nur noch am Rechner Musik, arbeitet aber parallel noch weiter, sodass man gar nicht mehr so "bewusst" und fokussiert der Mucke lauscht. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich damals Booklets gewälzt und Texte mitgelesen habe, wenn ich mir mal wieder ein neues Album gegönnt habe. Davon mal abgesehen, dass man früher noch eine richtige Stereo-Anlage hatte und keine zwei popeligen Boxen am PC.

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Was Filme angeht, ist es mir relativ egal, ob die nun von der Scheibe kommen oder als digitale Datei abgespielt werden. Wobei ich es schon wesentlich bequemer finde, mit dem Multimedia-Player einfach die Inhalte vom Rechner, der im Arbeitszimmer steht, an den Flatscreen im Wohnzimmer zu streamen. Blu-Rays oder DVDs kommen bei uns eigentlich fast gar nicht mehr zum Einsatz, wobei es ab und zu schon schön ist, eine anshenliche Box in den Händen zu halten.

Durch die eigene digitale Mediathek zu scrollen, ist aber einfach viel bequemer, als vor einem riesigen Regal zu stehen, eine Scheibe rauszusuchen und die dann noch in den Player schieben zu müssen. Zumal man (wenn man seine Dateien ordentlich getaggt oder sortiert hat) je nach Stimmung gezielt ins jeweilige Genre navigieren kann. Das möchte ich auf keinen Fall mehr missen.

Was das TV angeht, bin ich aber froh, dass man noch die Möglichkeit hat, auf "die gute alte Schüssel" zu setzen. Die Streaming-Angebote, die man im Netz so findet, überzeugen mich bisher gar nicht, und überhaupt ist es (bspw. bei Sportübertragungen) immer noch der direkteste Weg, während Streams erst noch aufbereitet werden müssen und, je nach Internetzugang und Qualität des Anbieters, manchmal eher schlecht als recht ausfallen.

Von daher bin ich froh, dass es diesen "altbackenen" Emfangsweg immer noch gibt.

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Alles in allem gehöre ich wohl schon zu den Usern, die ihr Konsumverhalten mit der Zeit und dem technischen Fortschritt stark verändert haben, wobei ich in letzter Zeit immer mehr daran "arbeite", mich dieser schleichenden Abhängigkeit zum Internet ein bisschen zu entziehen. Sicherlich ist das meiste sehr bequem zu handhaben, aber in mancher Hinsicht, wie bspw. beim TV, setze ich lieber auf das "Althergebrachte".

Wie sieht es bei Euch aus?


I have no country to fight for; my country is the earth, and I am a citizen of the world.
- Eugene V. Debs

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