Der technische Fortschritt - was macht für Euch noch Sinn?

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Re: Der technische Fortschritt - was macht für Euch noch Sinn?

Beitrag von Sponskonaut »

Zur Build 2016, der Entwickler-Konferenz von Microsoft, wird aktuell gemutmaßt, dass beim Konzern aus Redmond die Weiterentwicklung von Windows nur noch an zweiter Stelle steht. Da Microsoft-CEO Satya Nadella schon vorher für die Cloud-Sparte verantwortlich war, vermutet man, dass das Unternehmen in Zukunft seinen Fokus darauf legen wird.

Liest man sich dann noch die Kommentare im WinFuture-Artikel durch, dann liest man oft die Vermutung, dass "Virtual Reality" oder "Augmented Reality" die Zukunft sein wird. Woran ich aber so meine Zweifel habe, wenn man mal vom Consumer-Bereich ausgeht. [hmm]

3D-Fernseher konnten sich bei der breiten Masse nicht durchsetzen und werden in Zukunft nicht mehr produziert werden, Smartwatches sprechen nur die sehr technikaffinen User an, und selbst Tablets scheinen sich mittlerweile nicht mehr so großer Beliebtheit zu efreuen, wie es zu Beginn der Fall war. Jedenfalls beobachte ich das so in meinem Freundes, -Bekannten, -und Kundenkreis.

Aktuell sehe ich das größte Potenzial noch bei 4k-Fernsehern. Aber auch hier muss man bedenken, dass das "nur" eine Weiterentwicklung von etwas ist, dass sich schon lange auf dem Markt und bei den Kunden etabliert hat. Gleiches gilt für Mobiltelefone. Der Konsument gibt den Konzernen schon zu verstehen, was er an neuen Geräteklassen oder Weiterentwicklungen für sinnvoll oder nicht sinnvoll erachtet. Von daher glaube ich, dass es noch sehr lange Zeit bei Smartphones, Notebooks und TV-Geräten bleiben wird und sich neue Geräteklassen schwer bis gar nicht bei der breiten Masse salonfähig machen lassen.

Aber um mal aufs Thema zurückzukommen: Was Microsoft angeht, fände ich, dass es ein Fehler wäre, Windows nur noch stiefmütterlich zu behandeln. Die Resonanz auf das neue System war ja zu Beginn eher "verhalten", um es mal milde auszudrücken, und auf mich wirkt das Ganze nach wie vor irgendwie "unfertig" und eher lieblos zusammengebastelt. Dazu kommt noch, dass Microsoft mit seinem mobilen System den großen Konkurrenten Android und iOS immer noch gnadenlos unterlegen ist und das angebliche Ziel (ein System für alle Geräteklassen) zweifelsohne noch lange nciht erreicht ist.
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Re: Der technische Fortschritt - was macht für Euch noch Sinn?

Beitrag von Sponskonaut »

Um noch mal auf das Thema "Smartwatches" zu kommen: Der Hersteller OnePlus, der mit dem OnePlus One ein Gerät mit Stock Android auf den Markt gebracht hat und dieses (zumindest am Anfang) nur per Invite-System verkauft hat, hatte wohl auch schon geplant, eine Smartwatch anzubieten, es dann aber wieder verworfen.

Sicherlich ist das chinesische Unternehmen nur ein kleiner Anbieter, aber es zeigt mitunter schon, dass diese Geräteklasse auch nur ein Hype ist, der relativ schnell wieder verpufft ist. [nope]
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Re: Der technische Fortschritt - was macht für Euch noch Sinn?

Beitrag von Sponskonaut »

Aktuell kann ich ja bei den derzeitigen Weiterentwicklung nur den Kopf schütteln... [nope]

Grund dafür ist zum einen das iPhone 7, das jetzt angekündigt wurde. Dass der Konzern den Klinkenstecker verwirft, finde ich ziemlich daneben. Viele argumentieren ja, dass sie den Anschluss sowieso nie brauchen und ohnehin Bluetooth-Kopfhörer verwenden. Aber wenn man berücksichtigt, dass man nun gar keine "herkömmlichen" Kopfhörer benutzen kann, Apple aber im Gegenzug diese unsäglichen kabellosen In-Ear-Stöpsel anbietet, die rund 180€ kosten, dann weiß man schon, wieso der Klinkenstecker auf einmal so eine unliebsame Schnittstelle geworden ist... Dass man mit diesen Stöpseln dann noch ein Gadget mehr hat, das geladen werden muss, macht es für mich auch noch unattraktiver. Bei all dem finde ich es aber wirklich am schlimmsten, dass Apple sein eigenes Ökosystem stetig weiter gegen Drittanbieter abschottet. Ich fand es bisher jedenfalls sehr praktisch, mal schnell ein AUX-Kabel einstecken zu können. Ob nun an meinen Anlagen zu Hause oder eben am Autoradio. Geht auf jeden Fall schneller, als erst Bluetooth zu aktivieren und es entsprechend zu koppeln.

Nun ja, dann habe ich mir auch noch auszugsweise die Präsentation zum Desktop-Betriebssystem angeschaut, dass ja nun von OS X in macOS umbenannt wird. Auch das haut mich überhaupt nicht mehr vom Hocker. Dabei frage ich mich sowieso, wer von den Apple-Usern Funktionen wie "Continuity" überhaupt nutzt. Die meisten iOS-User, die ich kenne, haben meist gar keinen Mac, geschweige denn, dass sie die Möglichkeiten ihres iOS-Devices ausnutzen würden. Was die meisten Leute mit ihrem iPhone machen (WhatsApp, Facebook etc.) würde jedes Android-Gerät, das halb soviel kostet, genau hinkriegen. Ich sage es immer wieder: Apple-Geräte machen in der Regel vor allem dann Sinn, wenn man sie im Apple-eigenen Ökosystem verwendet. iCloud hin oder her. Wie auch immer, ich wundere mich jedenfalls, dass man OS X auch mit immer mehr Funktionen vollstopft.

Aber auch, wenn ich mir Windows 10 anschaue, dann wird mir angst und bange, was die Zukunft der Computer betrifft. Grundsätzlich würde ich sagen, dass es zuletzt wirklich gar keine Weiterentwicklungen gab, die mich gereizt oder die ich als nützlich empfunden hätte. Ich bin zwar gespannt, wie das alles noch weitergeht. Aber ich kann nicht behaupten, dass mir gefallen würde, was ich da sehe. [nono]
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Re: Der technische Fortschritt - was macht für Euch noch Sinn?

Beitrag von Sponskonaut »

Zum Thema Smartwatches wird aktuell ja berichtet, dass die Verkaufszahlen arg eingebrochen sind.

Ist für mich aber auch kein Wunder, da ich von Beginn an skeptisch war, ob sich diese Geräteklasse bei der breiten Masse überhaupt durchsetzen kann. Ich kann es gut verstehen, dass es an den Teilen kaum Interesse gibt: Nach wie vor sind diese "Uhren" nur Gadgets zum Smartphone, und selbst wenn sie mal autark laufen würden - was will man mit so einem kleinen Display anfangen? Für mehr als kurze Meldungen reicht das doch nicht aus. [nono]

Ich vermute, dass diese Geräteklasse in absehbarer Zeit in der Versenkung verschwinden werden, und irgendwie freut es mich auch, dass die Konzerne mal gezeigt kriegen, dass der Konsument nicht jeden Sch*** mitmacht. [grinsen] Müsste eigentlich noch viel öfter passieren...
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Der technische Fortschritt - was macht für Euch noch Sinn?

Beitrag von Sponskonaut »

Ich hole den Thread mal hoch, weil mir ein interessanter Gedanke zu dem Thema gekommen ist bzw. ich euch eine Frage stellen möchte:

Würdet ihr den technischen Fortschritt gegen die alten Zeiten eintauschen?

Im Klartext bedeutet das: Würdet ihr die technologischen Errungenschaften (angefangen beim Internet, über Computer bis hin zu Smartphones) dagegen eintauschen, wieder so zu leben wie in den 80ern oder 90ern?

Ich denke, so sehr ich mich auch mit all den Technologien angefreundet habe, dass ich es sicherlich tun würde. Rückblickend habe ich nämlich den Eindruck, als hätte man damals bewusster gelebt. Das fängt schon beim Konsum von Kunst an. Früher hat man sich stundenlang in Plattenläden rumgetrieben, dann eine Platte oder CD gekauft, ist nach Hause gegangen und hat sich die neue Mucke ganz in Ruhe angehört. Scheibe in den Player, die Füße hochgelegt, Booklet aufgeschlagen und beim Hören schön die Texte mitgelesen. Während man heute ganz lieblos ein paar Dateien runterlädt und sie dann im Hintergrund dudeln lässt, wenn man am Rechner sitzt und vielleicht sogar was anderes nebenbei macht. Dieser wahre Genuss ist weg, man nimmt sich kaum noch richtig Zeit, um Musik bewusst zu genießen.

Weiter geht es mit Filmen und Serien. Man kommt zwar (durch die Streaming-Dienste) viel leichter an den Kram ran, wird aber von dieser Flut auch regelrecht erschlagen. Man weiß gar nicht mehr, was man schauen soll. Zwar wurde durch diesen neuen Vertriebskanäle die Verfügbarkeit wesentlich erhöht, aber bringt das denn wirklich was, wenn man bei dieser Masse den Überblick verliert? Dazu kommt noch, dass die Produzenten viel leichter an Zahlen herankommen. Musste man sich früher auf hochgerechnete Einschaltwuoten verlassen, bekommt man heute handfeste Abrufzahlen geliefert. Womit dann auch die Gefahr steigt, dass Serien schnell mal abgesetzt werden. Wahrscheinlich wäre Sliders auf diesem Weg nie auf fünf Staffeln gekommen... Und wenn man jeden Film gleich streamen kann, ist es auch irgendwie nichts Besonderes mehr, oder?

Und wie sieht es mit der ständigen Verfügbarkeit durch Smartphones aus? Wie oft hat sie uns wirklich was gebracht? Ist diese permanente Abrufbereitschaft nicht eher Fluch als Segen? Ich meine, wie oft glotzen die Leute auf ihre leuchtenden kleinen Bildschirme und kriegen in der Zeit nichts mehr von ihrer Umwelt mit? Dazu kommt noch (so habe ich es selbst erlebt), dass die Nutzung so weit gehen kann, dass man abends nicht mehr richtig einschläft. Seit ich bei mir die sozialen Netzwerke verbannt habe, schlafe ich deutlich besser.

Und überhaupt: War man früher nicht viel öfter draußen unterwegs, statt alles über das Internet zu regeln? Klar, man musste dann auch mal Gänge erledigen, die heute nicht mehr nötig sind. Aber ist es wirklich so schlimm, sich draußen mal ein bisschen zu bewegen? Mittlerweile ist es bei mir so, dass ich so viel wie möglich zu Fuß mache und das Wandern für mich entdeckt habe. Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass ich damals bewusster gelebt und erlebt habe. Das heißt, ich würde den ganzen technischen Kram sofort eintauschen, wenn ich dadurch zu diesem bewussteren Leben zurückkehren könnte.
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Re: Der technische Fortschritt - was macht für Euch noch Sinn?

Beitrag von Sponskonaut »

Sponskonaut hat geschrieben: Mi 26. Okt 2016, 03:02Nach wie vor sind diese "Uhren" nur Gadgets zum Smartphone, und selbst wenn sie mal autark laufen würden - was will man mit so einem kleinen Display anfangen? Für mehr als kurze Meldungen reicht das doch nicht aus. [nono]
Tatsächlich kann ich hier mal was Neues vermelden und den Thread hochholen – denn ich hatte mir die Tage eine Apple Watch bestellt... [lachen1] Allerdings ist die Geschichte anders ausgegangen als gedacht.

Jedenfalls war ich jetzt doch mal neugierig darauf, wie nützlich so eine Smartwatch ist. Zumal ich seit einiger Zeit einen Fitness-Tracker von Garmin benutze, den ich aber auch wirklich nur als solchen gekauft habe, nämlich für den Sport. Allerdings habe ich den Tracker (vor allem als Uhr) aber auch immer um, wenn ich unterwegs bin. Und da jat er sich als wirklich nützlich erwiesen. Ich bekomme dann alle möglichen Nachrichten (auch WhatsApp) aufs Handgelenk gepusht, was ganz gut ist, um zu sehen, ob ich schnell antworten muss oder mir Zeit lassen kann. Und die Wegbeschreibung von Google Maps angezeigt zu bekommen, ist ebenfalls ganz nützlich.

Also hatte ich mir die "Series 9" von Apple bestellt und gleich mal getestet – und war dann doch ziemlich ernüchtert. Erst mal war es echt ein Krampf, WA-Benachrichtigungen wunschgemäß einzurichten, weil es die App noch nicht für die Apple Watch gibt. Dann hatte ich gedacht, dass ich einfach die Musik-App auf dem iPhone damit "fernsteuern" kann. Aber stattdessen müssen die Dateien irgendwie erst mal rüberkopiert werden, was hinten und vorne nicht geklappt hat. Zudem muss man Kopfhörer dann mit der Uhr und nicht mehr mit dem Smartphone koppeln – was mir auch nicht so gut gefallen hat.

Und zu guter Letzt fand ich das Display dann tatsächlich viel zu klein, obwohl ich die Variante mit dem 45mm-Gehäuse genommen hatte. Es wurde sogar zum Antworten eine Tastatur eingeblendet, aber die ist wirklich winzig. Das heißt, wenn man dann wirklich gescheit kommunizieren will, muss man eh das iPhone aus der Tasche holen.

Kurzum: Der Mehrwert war schlicht und ergreifend nicht gegeben – schon gar nicht für das Geld. Tatsächlich reicht es mir vollkommen, eingehende Nachrichten zu sehen, einen Schrittzähler zu haben und meine sportlichen Aktivitäten zu tracken. Und dafür ist ein ausgesprochener Tracker wesentlich besser geeignet. Ein weiterer großer Vorteil: Die Fitness-Tracker müssen nicht so oft geladen werden. Meine Garmin "Forerunner 245" hält locker eine Woche durch, wenn nicht sogar noch länger.

Letztendlich habe ich das Teil wieder eingetütet und retourniert. Wie gesagt, hat für mich in dieser Form keinerlei Mehrwert. [nono]
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